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Handball: Thuner HeimpleiteEin 60-minütiges Blackout

Wacker verliert völlig überraschend gegen Aussenseiter Basel (22:27). Die Thuner irritieren dieser Tage durch inkonstante Leistungen.

Gestoppt: Max Dannmeyer.
Gestoppt: Max Dannmeyer.
Foto: Markus Grunder

Die Aufforderung ist nicht zu überhören. Aber offensichtlich schwer umsetzbar. «Ufwachä, Gielä!», schreit Anführer Reto Friedli in der Startphase immer wieder, als würde er ahnen, worin gipfeln wird, was da gerade entsteht. Des Anführers Worte – sie verpuffen. Die Thuner sollten bis zuletzt bleiben, was sie von Beginn an sind: lethargisch, fast schon apathisch.

22:27 verliert Wacker Thun zu Hause. Nicht gegen die Kadetten Schaffhausen, nicht gegen Pfadi Winterthur und auch nicht gegen das stark in die Saison gestartete Kriens. Es ist Aussenseiter Basel, der die so stolzen Berner Oberländer in deren Reich schlägt. Und zwar ohne am Ende auch nur ein bisschen um den Triumph bangen zu müssen.

Willimanns Paraden

0:3 und 1:5 liegt Martin Rubins Team zunächst zurück, es trifft in der 6. Minute ein erstes Mal, nach fünf erfolglosen Abschlüssen. Der Coach nimmt früh eine Auszeit, fragt, ob auch wirklich alle bereit seien. Der Rückstand wächst, nach einem Drittel Spielzeit beträgt er sieben Tore. Die am Samstag in Zürich überragenden Marc Winkler und Lukas von Deschwanden finden nicht ins Spiel, genauso wenig wie fast alle andern. Wiederholt scheitern die Thuner aus bester Lage an André Willimann, ihrem einstigen Teamkollegen, der 16-mal pariert. Basel gelingt alles, Wacker nichts.

Den Tritt findet der zweimalige Meister gegen den Abstiegskandidaten nie. Die Hausherren wirken ratlos, müde und spätestens in der zweiten Hälfte ängstlich. Es ist ein merkwürdiger Auftritt, mit Sicherheit eine der schlechtesten Darbietungen daheim in der Ära Rubin.

Die Pleite kommt zur Unzeit. Zuletzt machten die Thuner nach sehr verhaltenem Saisonstart einen guten Eindruck, sie verloren viermal in Folge nicht. Die nächsten Gegner sind Schaffhausen am Samstag und Winterthur am Mittwoch im Cup. Und wer derlei Aufgaben vor sich hat, könnte nichts weniger gebrauchen, als verunsichert zu sein.

Rang 7 belegt Wacker nach 7 Punkten aus 7 Partien. Es ist eine bescheidene Ausbeute, zumal die schwierigsten Prüfungen folgen. Gewisse Vorstellungen werfen Fragen auf, vorab natürlich diejenige beim 14:29 in Aarau, aber nun auch die deutliche Heimpleite gegen Basel.

Wie kompetitiv die Thuner im Rennen um Titel sind, ist nach den inkonstanten Leistungen jüngst schwer einschätzbar. Klar ist bloss eins: Sie müssen sich steigern.