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Trotz Corona-KriseValiant stellt mehr Mitarbeitende ein

Die Bank eröffnet Filialen und wächst auch durch die Vergabe von Corona-Krediten. Der Gewinn ist leicht gesunken.

Nach kurzer Drosselung im Lockdown erhöht Valiant-Chef Ewald Burgener

 das Wachstumstempo wieder.
Nach kurzer Drosselung im Lockdown erhöht Valiant-Chef Ewald Burgener

das Wachstumstempo wieder.
Foto: Franziska Rothenbühler

Banken gehören bislang nicht zu den grossen Verlierern in der Corona-Krise. Dank staatlicher Nothilfekredite und Kurzarbeit scheinen die Firmenkonkurse und Arbeitslosenzahlen einigermassen unter Kontrolle, die Kreditausfälle bei den Banken laufen vorläufig nicht aus dem Ruder. Valiant ist laut Bankchef Ewald Burgener krisenfest aufgestellt und «operativ sehr gut unterwegs» .

So ist der Geschäftserfolg im ersten Halbjahr 2020 leicht (+0,2 Prozent) gestiegen auf 73,9 Millionen Franken. Der Reingewinn sank zwar um 2,2 Prozent auf 60,1 Millionen. Burgener erklärte dies in einer Webpräsentation vor Analysten und Journalisten aber mit Sondereffekten. So hatte die Bank im Vorjahr mehr Immobilien verkauft und auch höhere Dividenden aus Beteiligungen erhalten.

Wachsen mit Corona-Krediten

Die Geschäfte mit Kundengeldern (+4,8 Prozent) und mit der Kreditvergabe wuchsen weiter. Die Ausleihungen nahmen um 2,8 Prozent zu. Knapp die Hälfte dieses Wachstums (+1,3 Prozent) geht auf die Corona-Kredite zurück. Bis Mitte Jahr vergab Valiant total 2753 Corona-Kredite an KMU im Gesamtvolumen von 310 Millionen Franken. Insgesamt spielt Valiant hier eine kleine Rolle: Schweizweit wurden von den Banken Corona-Kredite für gegen 16 Milliarden Franken vergeben.

Bis zu einer Höhe von 500'000 Franken sind diese Kredite zu 100 Prozent vom Bund abgesichert und müssen nicht verzinst werden. Für höhere Kredite bis 20 Millionen Franken sichert der Bund 85 Prozent ab. Die Banken tragen hier also einen Teil der Ausfallrisiken und können einen Zins verlangen. Valiant wolle kein Geld verdienen mit Corona-Krediten, aber die administrativen Kosten decken, sagte Burgener.

Drei neue Filialen

Der Valiant-Chef forciert die Expansion der Bank ausserhalb ihrer Stammgebiete im Mittelland wieder, um von Grössenvorteilen zu profitieren: «Wir haben das Tempo unseres Wachstums während des Lockdown etwas gedrosselt. Jetzt nehmen wir wieder Fahrt auf und setzen unsere Pläne in die Tat um», sagte Burgener.

Nach der Romandie und der Ostschweiz ist insbesondere die Agglomeration von Zürich im Visier. Im November eröffnet Valiant eine Geschäftsstelle in Rapperswil SG. In Oerlikon ZH und Liestal BL sind Standorte für neue Filialen gefunden, die im Sommer 2021 eingeweiht werden sollen. Die Suche nach weiteren Standorten läuft.

Im Zuge der Wachstumsstrategie stellte Valiant im letzten halben Jahr zwölf zusätzliche Kundenberaterinnen und Kundenberater an. Unter dem Strich nahm die Zahl der Vollzeitstellen um 8 auf 926 zu. Parallel zu dieser Expansion vor Ort treibt Valiant die Digitalisierung voran. Schliesslich sei die Videoberatung oder auch das kontaktlose Bezahlen in der Pandemie sehr gefragt.

Für das zweite Halbjahr 2020 erwartet Burgener eine stabile Entwicklung des Geschäfts. Allerdings kann auch er eine zweite Welle der Corona-Pandemie und einen Absturz der Wirtschaft nicht völlig ausschliessen. Burgener formuliert es so: Die Kreditausfallrisiken können nicht abschliessend beurteilt werden.