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Klare Worte nach der Cup-BlamageValentin Stocker ist nicht wütend, sondern sprachlos

Nach dem desaströsen 2:6 gegen Winterthur wirkt der Basler Captain niedergeschlagen. Es gehe längst auch um die Aussendarstellung des ganzen Clubs.

Der FCB-Captain war nach der blamablen Niederlage gegen Winterthur nicht aufgebraucht oder wütend – sondern sprachlos und enttäuscht.
Der FCB-Captain war nach der blamablen Niederlage gegen Winterthur nicht aufgebraucht oder wütend – sondern sprachlos und enttäuscht.
Foto: Freshfocus

Valentin Stocker ist der einzige Basler Spieler, der nach dem Abpfiff noch mal aus den Katakomben kommt und sich den Fragen der Journalisten stellt. Als Captain des FCB gehört das zu seinem Aufgabengebiet, auch nach einer 2:6-Niederlage.

Der 31-Jährige war schon in den letzten Wochen einer, der die Schwachstellen des FCB klar und deutlich angesprochen hat. Vor dem Spiel beim FC Sion sagte Stocker in einem Interview, er müsse aufpassen, was er sage, es sei, als würde man mit heissen Kartoffeln jonglieren. Und auch beim Auswärtsspiel gegen Lausanne
wurde er in der Halbzeit sehr deutlich.

Nach der Niederlage gegen Winterthur ist Stocker ruhig. Es ist keine Wut zu spüren bei ihm, sondern vielmehr Ruhe, Sprachlosigkeit. Es schwingt eine gewisse Ratlosigkeit in seinen Worten mit und ganz viel Enttäuschung. «Wir sind an einem Tiefpunkt angekommen», sagt er, «wir müssen wieder lernen, was es bedeutet, für diese Farben zu spielen.»

Die sportlichen Gründe für die Niederlage kann der 31-Jährige nicht benennen. Oder vielleicht will er es in diesem Moment auch gar nicht. Auf die Frage, ob das Team gegen Winterthur gegen den eigenen Trainer gespielt habe, will er nicht eingehen. Eine doofe Frage, findet er. Aber Stocker weiss nur zu gut, wie die Mechanismen im Fussball funktionieren.

Und er weiss natürlich auch, wie seine Worte in der Pause interpretiert werden: Winterthur habe an diesem Abend ein gutes Konzept bewiesen, dem FC Basel fehle das. Es ist einfach, diese Aussage als versteckte Kritik in Richtung des eigenen Trainers zu verstehen.

Der FCB muss arbeiten und kämpfen

Stocker hat in seiner ersten Phase beim FC Basel, ehe er in die Bundesliga ging, viele Erfolge gefeiert. Als Captain sieht er jetzt, wie es auch laufen kann. Er versteht, wie sich der Verein verändert hat und was nicht mehr so funktioniert wir noch vor einigen Jahren. Es ist eine andere Zeit.

Inzwischen geht es längst nicht mehr nur um die Resultate, sondern um die Aussendarstellung des gesamten Clubs. «Wir müssen jetzt wieder bei den Basics anfangen», sagte er. Er meint damit wohl: Arbeiten. Kämpfen. Dabei sollte das doch eigentlich Grundvoraussetzung sein.

Am Ende des Abends sagt Stocker einen Satz, der dieses Ergebnis überdauern wird. Und der einen guten Einblick in die Gefühle der Basler Spieler ermöglicht: «Wir sind an einem Punkt, an dem wir nicht mehr traurig oder sauer sind.»

Die Mannschaft des FCB befindet sich derzeit vielmehr in einem Stadium der Orientierungslosigkeit. Das hat das 2:6 gegen den FC Winterthur nur allzu gut gezeigt.

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58 Kommentare
    Max Ritter

    Sforza hat wohl am wenigsten zur aktuellen Situation beigetragen. Es sind immer noch die Spieler welche spielen, ich rede von sogenannten "überbezahlten" Profis. Mann könnte auch sagen, die Spieler verweigern ihre Arbeit oder können es einfach nicht besser. Der FCBasel überschätzt sich und seine heutigen Möglichkeiten. Die Mäzin ist weg, das Geld ist weg und man wird wieder zur Mittelklasse. Dies passierte bereits anderen und ist normal. Kommt dazu, dass im Hintergrund versteckte Machtkämpfe von Besserwisser und ehemaligen Spieler herrschen, welche einen Machtanspruch stellen. Und dies nur, weil sie per Zufall während einer guten wirtschaftlichen Zeit beim FCB spielen durften. Alles Kindergarten. Der Präsident sollte sich von diesen alten "Garden" möglichst rasch trennen, sonst kommt nie Ruhe in den Klub.