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Israel kritisiert EntscheidUSA nehmen Zahlungen an UNO-Hilfswerk für Palästinenser wieder auf

Vor Donald Trumps Zahlungsstopp waren die Vereinigten Staaten der grösste Geldgeber des UNO-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA). Nun werden die Zahlungen unter Joe Biden fortgesetzt.

Das Hilfswerk UNRWA geriet durch den Zahlungsstopp der USA in Schwierigkeiten, um etwa den Betrieb hunderter Schulen, wie hier in Gaza-Stadt weiter zu finanzieren.
Das Hilfswerk UNRWA geriet durch den Zahlungsstopp der USA in Schwierigkeiten, um etwa den Betrieb hunderter Schulen, wie hier in Gaza-Stadt weiter zu finanzieren.
Foto: Mohammed Saber (Keystone)

US-Präsident Joe Biden hat angekündigt, Zahlungen an das UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) wieder aufzunehmen. Der Präsident sagte am Mittwoch vor Journalisten, Washington werde den Beitrag in Höhe von 150 Millionen Dollar (rund 125 Millionen Euro) wieder bezahlen, den sein Vorgänger Donald Trump im Jahr 2018 gestoppt hatte. Mit dem Schritt verärgerte Biden die Regierung in Teheran.

Das US-Aussenministerium erklärte, Washington werde zusätzlich 75 Millionen Dollar (rund 63 Millionen Euro) Wirtschafts- und Entwicklungshilfen für das besetzte Westjordanland und den Gazastreifen sowie zehn Millionen Dollar (rund 8,5 Millionen Euro) für friedensschaffende Massnahmen bereitstellen. Die Hilfen seien «ein Mittel, um auf dem Weg zu einer verhandelten Zweistaatenlösung voranzukommen», sagte US-Aussenminister Antony Blinken.

Israel prangerte am Mittwoch die erneute US-Unterstützung für das UNO-Hilfswerk an. «Wir glauben, dass diese UNO-Einrichtung für sogenannte ‹Flüchtlinge› in ihrer jetzigen Form nicht existieren sollte», erklärte der israelische Botschafter in den USA, Gilad Erdan. Nach Ansicht Israels werden Schüler an den vom Hilfswerk unterstützten Schulen gegen den jüdischen Staat aufgehetzt.

«Die USA senden aus meiner Sicht das richtige Signal: Wir lassen die Menschen in der Region nicht allein.»

Heiko Maas, Bundesaussenminister

Auf palästinensischer Seite begrüsste Ministerpräsident Mohammed Schtajjeh die Wiederaufnahme der Hilfe. «Wir freuen uns nicht nur auf die Wiederaufnahme der finanziellen Hilfe, sondern auch auf die Wiederaufnahme der politischen Beziehungen mit den Vereinigten Staaten.» Diese würde es dem palästinensischen Volk ermöglichen, «sein legitimes Recht auf die Schaffung eines unabhängigen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt zu erfüllen», sagte Schtajjeh.

Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) erklärte am Mittwoch, er freue sich über die Ankündigung der US-Regierung. «Sie sendet aus meiner Sicht das richtige Signal: Wir lassen die Menschen in der Region nicht allein», betonte Maas. Die Arbeit von UNRWA sei «unentbehrlich», weil sie die Zukunftschancen für Betroffene verbessere und konkrete Perspektiven schaffe. Deutschland unterstützt UNRWA seit Jahren.

Die USA waren lange der grösste Geldgeber des UNRWA, bevor Trump die Unterstützung zurückzog. Das UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge kümmert sich um die rund fünf Millionen registrierten Flüchtlinge, die im Zusammenhang mit der Staatsgründung Israels 1948 vertrieben wurden oder geflohen sind. Washington hatte seine Zahlungen an das Hilfswerk bereits Anfang 2018 drastisch gekürzt. Das Hilfswerk geriet dadurch in Schwierigkeiten, um etwa den Betrieb hunderter Schulen weiter zu finanzieren.

AFP/step

12 Kommentare
    Koni L.

    Wer alle bisherigen Kommentare liest, der muss wieder mal feststellen, dass Israel weiterhin in den palästinesischen Gebieten machen kann, was es will. Sind ja alles nur Terroristen. Drum überall für die jüdischen Siedler Wohnungen bauen und auch in Jerusalem dafür sorgen, dass die Araber nichts mehr zu sagen haben. Und dann darf man hier noch als Schlusspointe lesen, dass es der gute Trump eben viel besser machte, zusammen mit seinem sympathischen Schwiegersohn... Netanjahu wird sich freuen.