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Powerpaar zieht viele Fäden

Über Monate feilten Ivanka Trump und ihr Mann Jared Kushner hinter den Kulissen an Trumps Wahlkampf. Der künftige Präsident hört auf das Paar.

Ivanka Trump (Mitte) hat grossen Einfluss auf ihren Vater Donald.
Ivanka Trump (Mitte) hat grossen Einfluss auf ihren Vater Donald.
Keystone

Sie sind die Schlüsselfiguren im innersten Zirkel von Donald Trump: seine 35-jährige Tochter Ivanka und ihr 36-jähriger Mann Jared Kushner. Ihren Rat sucht Trump, auf sie hört er. Das Ehepaar zieht nun mit den drei Kindern von New York nach Washington. Vielleicht wird es das eigentliche Powerpaar im Weissen Haus sein. Auf alle Fälle machte Trump vor wenigen Tagen seinen Schwiegersohn zum Senior Advisor.

Kushner soll den Plänen nach eng mit Trumps Stabschef Reince Priebus und dem Chefstrategen Steve Bannon zusammenarbeiten. Schon im Wahlkampf wurde seine Rolle als die des eigentlichen Chefs hinter den gewaltigen Kulissen beschrieben: entschlossener Treiber und Verhandler, ruhiger Weichensteller und Entscheider.

Sein Einfluss ist seit Monaten maximal. Er fehlt bei kaum einem wichtigen Deal der letzten Monate. Diplomaten, die Kushner getroffen haben, beschreiben ihn als eine Art Anti-Trump. Als höflich, zurückhaltend, fast scheu. Respektvoll und ruhig habe er sich alle Positionen angehört, seine Meinung in den Treffen aber vollständig für sich behalten.

Im Weissen Haus soll er vor allem zu Fragen Israels und des Nahen Ostens beraten. Aufgewachsen ist Kushner in einer Familie reicher Demokraten in New Jersey. Die Familiengeschäfte übernahm er mit 25. In dieser Zeit lernte er Ivanka kennen.

Lieblingskind

Ivanka ist Trumps Tochter aus erster Ehe. Von keinem seiner Kinder spricht er so viel wie von ihr. Die derzeitige Vizepräsidentin für Immobilien in der Trump Organization mischte kräftig bei den Vorbereitungen für die Amtsübernahme am 20. Januar mit. Wiederholt sah man sie mit am Tisch sitzen, wenn Donald Trump hochkarätige Besucher empfing – etwa führende Köpfe aus Amerikas Hightech-Hochburg Silicon Valley oder Regierungschef Shinzo Abe aus Tokio.

Aber Ivankas Rolle wirft Fragen auf. Schliesslich ist sie zugleich Unternehmerin, hat neben ihrem Topjob in der Trump Or­ganization eine eigene Schmucklinie und ein Modeunternehmen – sprich jede Menge eigene Geschäftsinteressen. Unlängst, nach einem TV-Interview, warb ihre Firma für ein 10'000 Dollar teures Schmuckstück, das Ivanka dabei trug – und musste sich danach dafür entschuldigen.

1967 hatte der Kongress Massnahmen gegen Vetternwirtschaft beschlossen. Sie besagen im Kern, dass kein öffentlicher Bediensteter einen Verwandten in einer Behörde einstellen darf, deren Vorgesetzter er ist.

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