Nur 18 Prozent wählten Trump

Eine Berechnung zeigt: Nur ein kleiner Teil der amerikanischen Bevölkerung stimmte wirklich für den neuen US-Präsidenten.

Knapp 325 Millionen Menschen leben in den USA, wie aktuelle Zahlen des United States Census Bureau zeigen. Doch nicht einmal die Hälfte von ihnen hat bei der am Mittwoch entschiedenen Präsidentschaftswahl ihre Stimme abgegeben.

Knapp ein Drittel aller Einwohner in den USA – mehr als 105 Millionen Menschen – sind nicht stimmberechtigt. Zu dieser Gruppe gehören Kinder, Straftäter und Menschen, die keine US-Staatsbürgerschaft haben.

Bleiben noch knapp 219 Millionen mögliche Stimmen für die beiden Präsidentschaftskandidaten übrig. Doch um bei der Wahl mitmachen zu können, müssen sich die US-Bürger registrieren. Vielen war diese Hürde anscheinend zu hoch.

Laut den Daten des Marktforschungsinstituts «Statistic Brain» liess sich ein Drittel der stimmberechtigten Amerikaner nicht registrieren. Immerhin 6 Prozent der Bürger, die nicht wählten, gaben Probleme bei der Registrierung als Grund an. Das komplizierte und mit Aufwand verbundene Teilnahmeprozedere gab in diesem Wahlkampf häufig zu reden.

Gut 146 Millionen registrierte Wähler beziehungsweise 45 Prozent der US-Bevölkerung hatten in diesem Jahr schliesslich noch das Recht, an die Urne zu gehen und für Hillary Clinton oder Donald Trump ihre Stimme einzuwerfen. Ein Teil von ihnen machte von dieser Möglichkeit allerdings keinen Gebrauch – aus sehr unterschiedlichen Gründen.

Wie «Statistic Brain» aufzeigt, gaben 17,5 Prozent der Nichtwähler an, zu beschäftigt gewesen zu sein. Krankheit (14,9 Prozent) und Desinteresse (13,4 Prozent) wurden ebenfalls oft genannt. Mehr als jeder achte Nichtwähler (12,9 Prozent) störte sich an den Kampagnen und ging aus Verdruss über die zur Auswahl stehenden Kandidaten nicht wählen.

Abzüglich der stimmberechtigten Nichtwähler und denjenigen, die Clinton ihre Stimme gaben, blieben für Trump Stand 14.00 Uhr am Mittwochnachmittag noch gut 59 Millionen Stimmen übrig. Das sind lediglich 18 Prozent der gesamten US-Bevölkerung und knapp 27 Prozent der Wahlberechtigten. In einzelnen Staaten waren da zwar noch nicht ganz alle Stimmen ausgezählt. An den tiefen Prozentzahlen wird sich bis zum finalen Resultat aber nur noch marginal etwas ändern.

Das Verrückte: Hillary Clinton hatte zu diesem Zeitpunkt insgesamt 125’550 Stimmen mehr geholt als ihr Rivale Trump. Weil bei US-Präsidentschaftswahlen aber nicht die direkten Stimmen, sondern diejenigen der Elektoren zählen und Trump in den wichtigen Swing States obenauf schwang, konnte er sich am Schluss als Sieger und neuer Präsident feiern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.11.2016, 17:12 Uhr

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