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Analyse zur Mundart-EuphorieUnser Dialekt, das letzte Reduit

Berndeutsch ist der beliebteste Dialekt der Deutschschweiz. Dahinter weht die Sehnsucht nach dem Urtümlichen in Zeiten der rhetorischen Globalisierung.

Dialekt als Heimat: Kuno Lauener von Züri West – der grösste Mundart-Dichter seit Mani Matter.
Dialekt als Heimat: Kuno Lauener von Züri West – der grösste Mundart-Dichter seit Mani Matter.
Foto: Franziska Scheidegger

Im Dialekt könne man weniger gut lügen, hat Mani Matter gesagt. Für ihn, den grossen Troubadour mit den kleinen Liedern, stimmte das mit Garantie. Denn mehr Wahrheit übers Schweizersein und Verlorensein und Versichertsein und Traurigsein und Wütigsein und Gehemmtsein ist in weniger Zeilen kaum zu haben als in Matters Miniaturen, die auf dem Coiffeurstuhl anfangen und in der Unendlichkeit enden.

Mani Matter sang auf Berndeutsch, und so tun es seine begabten Nachfolger bis heute, von Züri West bis Stiller Has und Lo & Leduc. Sie bestätigen, was Umfragen seit Jahren besagen, so auch die letzte: dass Berndeutsch der beliebteste Dialekt der Deutschschweiz ist, gefolgt von den Dialekten der Bündner und Oberwalliser. Musikalisch die Berner, talschluchtig die Bündner, strub die Walliser.

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