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Mit der Säule 3a richtig Geld sparenTrotz tiefem Zins das Vorsorgekapital vermehren

In der Säule 3a Geld anlegen wie ein Profi und dank Absicherung nur ein dosiertes Risiko eingehen. Das verspricht die Mobiliar mit einem neuen Produkt. Geht die Rechnung für Anleger auf?

Auf dem Konto bringen Ersparnisse derzeit kaum mehr Zinsen als im Sparschwein. Anbieter versuchen nun, mit neuen Säule-3a-Produkten das Vorsorgesparen zu optimieren.
Auf dem Konto bringen Ersparnisse derzeit kaum mehr Zinsen als im Sparschwein. Anbieter versuchen nun, mit neuen Säule-3a-Produkten das Vorsorgesparen zu optimieren.
Foto: Peter Frommenwiler

Das neue Angebot der Versicherung Mobiliar richtet sich an Sparerinnen und Sparer, die gerne von höheren Renditen profitieren würden, aber aus Angst vor Kursverlusten nicht in Aktien investieren. Es ist eine Sparversicherung, bei der das Kapital in einem breit diversifizierten Fonds mit bis zu fünf verschiedenen Anlageklassen aktiv verwaltet wird. Derzeit umfasst der Fonds Aktien, Unternehmensanleihen, Immobilien und alternative Anlagen wie Gold, private Schulden, Rückversicherungs- oder Infrastrukturinvestitionen. Staatsanleihen berücksichtigt die Mobiliar aufgrund des tiefen Zinsniveaus momentan nicht.

Die Mobiliar hat die Rendite für drei Szenarien durchgerechnet. Im schlechten Fall beträgt sie durchschnittlich 1,4 Prozent pro Jahr, im mittleren Szenario 3,6 Prozent und wenn die Märkte stark zulegen, 5,7 Prozent. Das ist gewiss attraktiver als der Zins auf dem Konto.

Das Finanzprodukt bringt dank Steuerabzug am ehesten beim Vorsorgesparen mit der Säule 3a Vorteile. Es kann aber auch unabhängig von der Säule 3a genutzt werden. Aufgrund einer langfristigen Strategie beträgt die Mindestvertragsdauer 15 Jahre. Wer unerwartet flüssige Mittel benötigt und nach zwei Jahren vorzeitig aussteigt, muss gemäss einer Modellrechnung über 30 Jahre einen Verlust von rund 3000 Franken hinnehmen. Ab dem siebten Jahr werden die Rückkaufskosten durch die Performance kompensiert. Im Vergleich zu manchen Lebensversicherungen sind diese Ausstiegskosten vertretbar.

Gebühren beachten

Bei langfristigen Anlagen sind die Gebühren ein entscheidender Faktor. Denn sie schmälern die Rendite. Aufgrund des Zinseszinseffekts hat dies einen erheblichen Einfluss auf das am Ende ausbezahlte Sparkapital. Die Mobiliar beziffert die Verwaltungsgebühr (Total Expense Ratio) auf 0,8 Prozent des verwalteten Vermögens. Dies beinhalte auch Depotgebühren. Für einen aktiv verwalteten Fonds ist das relativ günstig. Doch passive Aktienindexfonds, die langfristig meist besser abschneiden als aktiv gemanagte Anlagen, sind teilweise deutlich billiger. Vom Fintech-Start-up Viac und von der Zürcher Kantonalbank mit Frankly gibt es 3a-Lösungen mit sehr tiefen Gebühren, die sich bequem über eine Handy-App bedienen lassen.

Um Anlegern die Angst vor Kursverlusten zu nehmen, hat die Mobiliar Schutzmechanismen eingebaut. Unter anderem wird die Rendite geglättet: Steigen die Kurse, fliesst ein Teil der Kapitalgewinne in eine Reserve, die verwendet wird, um zukünftige Kursverluste zu dämpfen. Das reduziert also die Volatilität des Sparkapitals. Der Nachteil: Für die tiefere Volatilität nehmen Kunden langfristig eine tiefere Rendite in Kauf, als wenn sie in einen Fonds ohne Glättung einzahlen würden. Nur wenn der Kunde bis zum Schluss im Vertrag bleibt, erhält er bei der Mobiliar seinen Anteil aus der Glättungsreserve wieder zurück.

Gemäss regulatorischen Vorgaben darf die Mobiliar zudem nicht ein reines Finanzprodukt verkaufen. Sie muss ein Versicherungselement einbauen. Kunden können wählen zwischen Todesfall und Prämienbefreiung. Die Prämienbefreiung kostet weniger und ist in der Regel sinnvoller. Sie sorgt dafür, dass beispielsweise bei Erwerbsunfähigkeit weiterhin die vollen Prämien in den Fonds einbezahlt werden und somit das Vorsorgekapital sichergestellt ist. Grundsätzlich gilt aber: Für Geldanlage und Versicherung sollte unabhängig voneinander die jeweils beste Lösung gewählt werden.