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Weltskiverband lehnt Antrag abTrotz Corona: Ski-WM wird nicht verschoben

Um ein Terminchaos zu verhindern, soll kommenden Februar im italienischen Cortina gefahren werden. Die FIS gibt eine Defizitgarantie von zehn Millionen Franken ab.

Beat Feuz und seine Mitstreiter werden im nächsten Winter um WM-Medaillen fahren können.
Beat Feuz und seine Mitstreiter werden im nächsten Winter um WM-Medaillen fahren können.
Foto: Alexander Hassenstein (Bongarts/Getty Images)

20 Millionen Euro. Mindestens. So gross wäre der Schaden, sollte die Ski-WM in Cortina im kommenden Februar wegen des Coronavirus kurzfristig abgesagt werden. Errechnet hat dies Flavio Roda, der Präsident des italienischen Skiverbandes. Damit lieferte er die Erklärung, weshalb die Organisatoren im Mai beim Weltskiverband FIS mit der Bitte angeklopft hatten, die Titelkämpfe doch um 13 Monate auf 2022 zu verschieben.

Nach mehreren Sitzungen entschied der FIS-Council, den Antrag abzulehnen – mögliche zweite Welle hin oder her. 2022 finden die Olympischen Spiele in Peking statt, eine WM kurz darauf hätte zu einem Terminchaos geführt; der Weltcup wäre zum Muster ohne Wert verkommen, dem TV-Konsumenten hätte eine Übersättigung gedroht. Die Verantwortlichen in Cortina dürften mit dem Beschluss leben können, stellte die FIS doch mehreren italienischen Quellen zufolge eine Defizitgarantie von zehn Millionen Franken in Aussicht.

Schweizer helfen Kanadiern

Die Schweizer begrüssen den Entscheid. Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor sagt: «Es ist wichtig, dass in einer Phase voller Ungewissheit zumindest in diesem Punkt Klarheit herrscht.» Diverse Fahrer hatten sich zuletzt deutlich gegen eine Verschiebung der Titelkämpfe ausgesprochen, etwa FIS-Athletensprecher Daniel Yule, aber auch Kjetil Jansrud sowie Nicole Schmidhofer und Viktoria Rebensburg. Der da und dort verbreitete Vorschlag, die WM auf 2024 zu verlegen, in einen Winter ohne Grossanlass, ist kaum umsetzbar. Der Schweizer Alpin-Chef Walter Reusser sagt: «Die Sponsoren müssten sich nochmals länger verpflichten. Und ob sich das Organisationskomitee drei weitere Jahre lang engagieren würde, darf bezweifelt werden.»

Nicht nur Reusser erwartet eine vom Coronavirus beeinträchtigte und dadurch mühsame Saison. Die Schweizer jedenfalls werden im Sommer keine Camps im Ausland abhalten, trainiert wird auf den Gletschern in Zermatt und Saas-Fee. Reusser sorgt sich gar um die Konkurrenz, er steht mit der kanadischen Botschaft in Verbindung und spielt den Vermittler, damit die Kanadier in der Schweiz trainieren können.

Apropos Nordamerika: Die Weltcuprennen Ende November und Anfang Dezember in den USA und Kanada sind wegen der Pandemie stark gefährdet. Mitte August soll ein Entscheid gefällt werden.