Zum Hauptinhalt springen

Thun holt Punkt bei SionThuns später Kampf

Thun erkämpfte sich im Wallis einen wichtigen Zähler. Beim 1:1 gegen Sion konnten die Berner Oberländer auf die späte Führung von Sion reagieren und kamen durch Nikki Havenaar doch noch zum Ausgleich.

Nikki Havenaar (ganz rechts) holt nach seinem Treffer zum 1:1 von seinen Teamkameraden Glückwünsche ab.
Nikki Havenaar (ganz rechts) holt nach seinem Treffer zum 1:1 von seinen Teamkameraden Glückwünsche ab.
freshfocus

Und plötzlich begannen sich die Ereignisse im Wallis zu überschlagen. Keine zehn Minuten waren noch zu spielen, als der FC Sion zu einem Eckball kam. Der Ball flog im scharfen Bogen zur Mitte, wo sich Innenverteidiger Birama Ndoye in die Höhe schraubte, als hätte er Sprungfedern unter seinen Schuhen installiert. Ndyoes Timing stimmte perfekt, er traf den Ball satt mit der Stirn und wuchtete ihn zur 1:0-Führung ins Tornetz. Die Glückseligkeit im Wallis kannte nun temporär keine Grenzen mehr. Die 1000 Zuschauer machten Lärm als seien 10 000 im Stadion. Spieler und Staff jubelten als gäbe es kein morgen mehr. Es war die verdiente Führung für die Walliser, welche der Partie über weite Strecken sowohl im ersten als auch im zweiten Spielabschnitt den Stempel aufgedrückt hatten.

Havenaars Kopftor

«Man hat heute gut gesehen, was für eine gute Mannschaft der FC Sion ist», meinte Thuns Trainer Marc Schneider nach dem Match anerkennend. Dass Schneider diesen Satz mit einem Lächeln auf den Lippen von sich geben konnte, lag an seinem Abwehrspieler Nikki Havenaar. Denn nur vier Minuten nach dem Führungstreffer der Sittener, sorgte der japanisch-holländische Innenverteidiger ebenfalls per Kopf mit seinem vierten Saisontreffer für den 1:1-Ausgleich. So wichtig das Tor für die Thuner war, so bitter mutete es für die Walliser an. Denn Sion hatte vorab in der Startphase gedanklich deutlich frischer gewirkt als die Gäste aus dem Berner Oberland, verpasste es indes in jener Phase Nägel mit Köpfen zu machen. Mit viel Aufwand erarbeiteten sich die Einheimischen im Mittelfeld zwar ein Übergewicht und schafften es mit zügigen Kombinationen immer wieder in die Gefahrenzone der Thuner zu stossen. Ein Weitschuss von Sions Mittelfeldspieler Anto Grgic prallte aber nur vom Pfosten ab (9.). Kurze Zeit später lenkte Thun-Goalie Guillaume Faivre einen Weitschuss von Baltazar Costa mit den Fingerspitzen um den Pfosten.

Der Punkt nützt Thun

Erst nach rund 30 Minuten gelang es den Thunern das Tempo der Partie etwas zu verschleppen und den Rhythmus der Walliser zu brechen. Und prompt kamen sie auch zu ihrer ersten Chance. Ridge Munsy sah seinen Volleyversuch jedoch von Sion-Goalie Kevin Fickentscher pariert. Die zweite Halbzeit glich der ersten. Sion, angeführt vom omnipräsenten Pajtim Kasami, übte Druck aus, ohne dabei jedoch zu den ganz klaren Torchancen zu kommen. Thun tat sich schwer, wäre aber durch Munsy nach 62 Minuten beinahe in Führung gegangen. Der Angreifer war bei Dennis Salanovics feinem Zuspiel jedoch in Rücklage und drosch den Ball über die Latte.

In der hektischen Schlussphase schien nach den beiden Kopfballtoren alles möglich. Es entwickelte sich ein Abnützungskampf, der dem FC Thun gefühlt das bessere Ende bescherte. Die Oberländer konnten ihren Vorsprung von drei Punkten auf die Sittener dank Havenaars Ausgleich verteidigen. Und wenngleich Sion noch eine Nachholpartie zu bestreiten hat; dieser Punktgewinn nützt den Oberländern mehr als den Wallisern. «Es wird bis zum Schluss der Saison spannend bleiben, wer in die Barrage muss», sagte Thun-Coach Marc Schneider.