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Kirgisisches Modell ohne Zukunft

Kirgistan, eine demokratische Insel in Zentralasien, bliebe gerne unabhängig. Aber wirtschaftliche Gründe zwingen den Staat in ein Bündnis mit Russland.

Ein Schafhirte mit seiner Herde im Hochland von Kirgistan. Das Land generiert kaum Einnahmen. Foto: Sergey Ponomarev (Keystone)
Ein Schafhirte mit seiner Herde im Hochland von Kirgistan. Das Land generiert kaum Einnahmen. Foto: Sergey Ponomarev (Keystone)

Stück für Stück zieht die Frau ihren Einkauf aus den Plastiktaschen und stapelt ihn ordentlich in der stählernen Schraubenpresse auf. Pullover, Hemden, Tücher mit Mustern in grellen Farben. Etwa 70 Kilo werden es wohl sein, alles in allem, schätzt sie. Damit sie die überhaupt transportieren kann, wird die Ware jetzt mit grosser Kraft zusammengequetscht, mit Folie umwickelt und mit Draht verzurrt. 300 Som zahlt sie für diese Dienstleistung, etwa 4 Euro. Sie gehören zu ihrer Kalkulation wie die Fahrkarte für die Zweitagesreise mit dem Zug aus Kostanai ganz im Norden von Kasachstan bis in den Süden, die Fahrt mit dem Taxi über die Grenze nach Kirgistan und eine Nacht im Hotel in Bischkek. Gleich geht es zurück, noch einmal zwei Tage.

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