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Kanton Bern informiertTesten, tracen, impfen – Kanton Bern gibt 20'000 weitere Impftermine frei

Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg informiert gemeinsam mit Vertretern des Corona-Sonderstab über die neusten Entwicklung im Kampf gegen das Virus

Im Kanton Bern sind innert eines Tages 112 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg am Donnerstag vor den Medien in Bern bekannt. Am Mittwoch waren 122 Fälle bekanntgeworden, am Donnerstag vergangener Woche waren es 85.

Die Positivitätsrate liege im Schnitt der letzten Tage bei rund fünf Prozent, hiess es an der Medienkonferenz. Die Zahlen bewegten sich nun schon seit einigen Wochen nach unten, wobei die Ansteckungen mit den Virusvarianten weiterhin «sehr genau» beobachtet werden müssten.

Die Strategie des Kantons bestehe weiterhin darin, schon bei ersten Anzeichen einer möglichen Verbreitung der mutierten Varianten mit breiten Massnahmen zu agieren, sagte Schnegg. Dabei würden nötigenfalls auch indirekte Kontaktpersonen in Quarantäne gesetzt.

Kanton gibt 20'000 weitere Impftermine frei

Am Donnerstag gab der Kanton 20'000 weitere Impftermine für über 75-Jährige (Gruppe A) zur Buchung frei. In der ersten Märzhälfte sollten sich dann auch jüngere Risikopersonen der Impfgruppe B für die Corona-Impfung anmelden können.

Bis Ende der laufenden Woche sollten alle impfwilligen Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen mindestens eine erste Spritze erhalten haben, gab die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion am Donnerstag bekannt.

Weiter seien soeben neue Impfstofflieferungen eingetroffen, weshalb weitere 20'000 Termine freigegeben wurden. Damit können 10'000 zusätzliche Personen der Impfgruppe A zwei Mal geimpft werden.

Die Behörden gehen nach «aktueller Planung» davon aus, dass in der ersten Märzhälfte abermals Termine aufgeschaltet werden – auch für die Impfgruppe B. Unter diese Kategorie fallen – unabhängig vom Alter – Personen mit chronischen Krankheiten mit höchstem Risiko.

Weiter bereitet sich der Kanton Bern darauf vor, Hausärzte und Apotheker in das Impfen einzubinden – dies, sobald genügend Impfstoff zur Verfügung steht.

Neuer Berner Impfchef

Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg stellte am Donnerstag den neuen Impfchef des Kantons Bern vor: Der 47-jährige Kinderarzt Gregor Kaczala übernimmt Mitte März den Teilzeitjob von Amtsinhaber und Insel-Spitalfacharzt Frank Neff. Kaczala leitet den Medbase-Standort am Bahnhof Bern.

Schnegg zeigte sich zudem erfreut darüber, dass der Kanton Zürich die Berner Impfapplikation «VacMe» übernimmt. Damit könnten die beiden grössten Kantone künftig die Impfanmeldung, die Dokumentation und das Reporting auf der gleichen Basis durchführen.

Breites Testen mit Schnelltests forcieren

Der Kanton setzt ab März in seinem mobilen Testzentrum sowie im Testzentrum auf dem Bernexpo-Areal Speichel-PCR-Schnelltests der Berner Firma Ender Diagnostics ein. Ziel der Teststrategie sei es, dass PCR-Testergebnisse künftig am gleichen Tag vorliegen.

Speicheltests eignen sich für breites und wiederholtes Testen besser als Nasenrachenabstriche, schreibt die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI). Sie werden deshalb bei Ausbrüchen durch die mobilen Testteams eingesetzt. Auch stellt das Testzentrum Bernexpo auf die Speichel-PCR-Tests um, weshalb es in der ersten Märzwoche geschlossen bleibt.

Darüber hinaus sei es wichtig, dass während einer Periode mit tiefen Fallzahlen das Testen von möglichen ansteckenden Personen forciert werde. Breite Tests könnten aber nur dann durchgeführt werden, wenn sich die Bevölkerung selbständig zu Hause testen könne.

Notfalls ohne BAG-Validierung

Dazu seien Antigen-Speichel/Nasal-Tests nötig. Der Kanton Bern prüfe den Einsatz solcher Tests für die ganze Bevölkerung und entscheide «nötigenfalls auch ohne vorliegende Validierung» solcher Tests durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG), hiess es am Donnerstag weiter.

sda/tag/qsc

28 Kommentare
    Sonja W.

    Ja leider gibt es bei uns im Kanton Bern diesen Impfmissbrauch und es gibt keine Konsequenzen für diejenigen die das machen, weder für die Ärzte die solche Impfungen anbieten, noch für diejenigen die sie annehmen. Ich selber hätte mich impfen lassen können, obschon ich gesund bin und weit weg von 75.