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Frage des Tages: Hat das Christchindli ausgedient?

Der Weihnachtsmann erobert bereits jetzt Schaufenster um Schaufenster, das Christchindli verliert an Terrain. Schuld ist auch die Migros mit einem bizarren Werbespot.

Es ist Anfang November, die Vorfreude auf Weihnachten hält sich noch in Grenzen. Trotzdem verdecken Papiersterne die Schaufenster, Tannenbäume werden gefällt und die ersten Dioden leuchten warm. Da wollte auch die Migros nicht länger zurückhalten und schaltete am Fernsehen eine Werbekampagne, die die «Familie Felix» in der Aufwärmphase zu Weihnachten zeigt. Im ersten Teil klingelts im gemütlichen Heim, ein Mädchen, ein Geschenk erwartend, rennt zur Tür und schreit «Juhuu dä Wienachtsmaa!».

Hä? Wieso jetzt schon? Und wieso der Weihnachtsmann? Was ist mit dem Christkind – kurzfristig verhindert? Meint die Kleine vielleicht den Samichlaus? Nein, der kommt doch am 6. Dezember. Ausserdem begrüsst man den nicht überschwänglich; immerhin ist er eine moralische Instanz, mitsamt Sack und Fitze. Nun, es gibt eine banalere Theorie. Es ist, wenn man so will, die SVP-Erklärung: Der Spot wurde von einem (hochbezahlten!) Werbetexter entwickelt, der aus Norddeutschland stammt, wo bekanntlich auch nicht das Christkind für die Geschenke zuständig ist.

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