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Frage des Tages: Darf man Fasnacht daneben finden?

Pünktlich um 11.11 Uhr ist auch in der Zwinglistadt Zürich die Fasnacht eröffnet worden. Seither hält sich Tagesanzeiger.ch-Reporter Christoph Landolt die Ohren zu.

Fasnachtsbeginn auf dem Hirschenplatz. (Video: Philipp Albrecht)

Es beginnt mit einer Schnapszahl und endet mit einem Kater. Heute Donnerstag, am 11. 11. um 11:11 Uhr, haben sich gut ein Dutzend Guggen und Hunderte Schaulustige auf dem Hirschenplatz versammelt – bewaffnet mit Tubas und Hektolitern Alkohol. Jetzt hauen sie im wahrsten Sinn des Wortes auf die Pauke, so laut sie können.

Eine jahrhundertealte Traditionen, und sei sie auch aus den katholischen Gegenden importiert, hinterfragt man nicht. Darf man die Fasnacht dennoch für das unnötigste aller Volksfeste halten? Darf man sich miesepetrig abwenden, wenn alles so sauglatt sein soll?

Man darf. Die besten Gründe dazu findet man auf dem Hirschenplatz. Dort schwenken sie das Weissweinglas, heben die Bierhumpen, prosten sich zu und freuen sich auf die richtige Fasnacht, «Züri Carneval» genannt. Dann wird der Spass nicht bloss für einen, sondern für ganze drei Tage verordnet. Dass dieser erst in vier Monaten stattfindet, ist den Fasnächtlern egal: Die Erinnerung an den novemberlichen Suff wird sie durch den langen Winter tragen, den sie dann austreiben werden. Mit noch mehr Alkohol und noch mehr Lärm.

Doch hinter der Schminke vermutet man keine Frohnaturen, sondern einen Ausbund an Bünzlitum. Ein paar Gläser später werden sie den Hirschenplatz verlassen und Trams und Restaurants stürmen. Versteckt hinter Schminke und Narrentracht, ermutigt durch die Kollegen und enthemmt durch den Alkohol, pusten sie in ihre verbeulten Trompeten. Es kümmert sie nicht, dass auf der anderen Seite statt Musik nur der Geruch ihrer Alkoholfahne herauskommt. Und sie finden, das müsse uns genauso gut gefallen wie ihnen.

Was halten Sie von der Fasnacht? Sagen Sie uns Ihre Meinung in der Kommentarspalte.

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