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Die boykottierten Sommerspiele – mit zwei grossen Schweizer Erfolgen

Vor dreissig Jahren fand der Boykott gegen die Olympischen Sommerspiele in Moskau statt. Gewinner gab es auch ohne Amerikaner. Zum Beispiel aus der Schweiz.

Zwei sowjetische Kosmonauten von der Raumstation «Soljut VI» begrüssen aus dem All die Sportler: «Wir sehen von hier oben, wie schön die Erde ist. Lasst die Menschen ihre Rivalität nur auf dem Sportplatz austragen.»
Zwei sowjetische Kosmonauten von der Raumstation «Soljut VI» begrüssen aus dem All die Sportler: «Wir sehen von hier oben, wie schön die Erde ist. Lasst die Menschen ihre Rivalität nur auf dem Sportplatz austragen.»
Keystone
Sogar der US-Präsident mischte sich ein: Jimmy Carter forderte das Internationale Olympische Komitee auf, die Spiele in eine andere Stadt zu verlegen, zu verschieben oder ganz ausfallen zu lassen. Andernfalls drohte er einen weltweiten Teilnahmeboykott an und verlangte auch gleichzeitig von den amerikanischen Bündnispartnern Solidarität.
Sogar der US-Präsident mischte sich ein: Jimmy Carter forderte das Internationale Olympische Komitee auf, die Spiele in eine andere Stadt zu verlegen, zu verschieben oder ganz ausfallen zu lassen. Andernfalls drohte er einen weltweiten Teilnahmeboykott an und verlangte auch gleichzeitig von den amerikanischen Bündnispartnern Solidarität.
Keystone
Die Abschlussfeier: Die Amerikaner waren bei den Olympischen Sommerspielen nicht dabei, auch wenn ein Landsmann auf dem Bild die Fahne schwenkt.
Die Abschlussfeier: Die Amerikaner waren bei den Olympischen Sommerspielen nicht dabei, auch wenn ein Landsmann auf dem Bild die Fahne schwenkt.
Keystone
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Nach einem verlorenen Versuch schafft es Moskau im Jahr 1974 die Organisation der Olympischen Sommerspiele zu übernehmen. Obwohl schon damals kritische Stimmen die Vergabe der Spiele an Bedingungen knüpfen wollte, wie beispielsweise die Verbesserung der Menschenrechte, blieb es dabei. Moskau wurde im Jahr 1980 Olympiastadt.

Der Boykott

Im Dezember 1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein und entrüsten mit ihrer Intervention die westliche Welt. US-Präsident Jimmy Carter forderte das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf, die Spiele zu verschieben und drohte mit einem weltweiten Teilnahmeboykott. Schliesslich sagte die USA die Teilnahme ab.

In den westlichen Ländern herrschte grosse Uneinigkeit darüber, ob man sich dem Boykott anschliessen sollte. Bei einer Tagung des Nationalen Olympischen Komitees in Rom beschloss man – unter verschiedenen Bedingungen – trotzdem bei den Spielen teilzunehmen. So wurde beispielsweise auf die Nationalflaggen oder Hymnen verzichtet, so dass bei der Eröffnungsfeier im Moskauer Lenin Stadion viele westliche Länder mit der Fahne des Internationalen Olympischen Komitees einmarschierten.

Die erfolgreichen Schweizer

Die Schweizer Verbände und Sportler konnten selber entscheiden, ob sie an den Olympischen Spielen teilnehmen wollten. Für zwei der 84 Schweizer waren die umstrittenen Sommerspiele äusserst erfolgreich: Der Radprofi Robert Dill-Bundi und der Judomeister Jürg Röthlisberger gewannen beide Gold.

So wenig Teilnehmer wie an den 22. Olympischen Sommerspielen in Moskau gab es seit 1956 nicht mehr. 64 Staaten liessen ihre Sportler schon gar nicht anreisen. Vier Jahre später folgte die Retourkutsche: Bei den Sommerspielen in Los Angeles nahmen viele Ostblockstaaten nicht daran Teil. Es waren die letzten Spiele mit einem grossen Boykott.

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