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Bildstrecke: Bahnstreik in Deutschland

Seit dem frühen Morgen legten Lokführer in Deutschland ihre Arbeit nieder. Die Auswirkungen des Streiks, der inzwischen beendet ist, sind immer noch zu spüren – auch in der Schweiz.

Die S-Bahn wird bestreikt: Berliner Ostbahnhof am Donnerstagmorgen.
Die S-Bahn wird bestreikt: Berliner Ostbahnhof am Donnerstagmorgen.
Reuters
Der landesweite Streik hat Auswirkungen auf den gesamten Güter- und Personenverkehr: Frachtzüge in Frankfurt am Donnerstagmorgen.
Der landesweite Streik hat Auswirkungen auf den gesamten Güter- und Personenverkehr: Frachtzüge in Frankfurt am Donnerstagmorgen.
Reuters
Die Tarifverhandlungen dauern schon seit Tagen an. Mit dem heutigen Streik haben sie ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.
Die Tarifverhandlungen dauern schon seit Tagen an. Mit dem heutigen Streik haben sie ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.
Reuters
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Die Lokführer haben den Streik im Personen- und Güterverkehr am Donnerstagmorgen beendet. Der Ausstand sei wie angekündigt um 10 Uhr zu Ende gegangen, sagte ein Sprecher der Lokführer-Gewerkschaft GDL in Frankfurt am Main. Es gab demnach «bundesweit und flächendeckend» Arbeitsniederlegungen. Stark betroffen waren die S-Bahnen in Berlin, Hamburg, München, Nürnberg und Stuttgart, teilte die Deutsche Bahn mit.

Auch in der Schweiz war und ist der Streik spürbar: «Es ist noch bis Betriebsschluss mit Verspätungen im grenzüberschreitenden Verkehr von und nach Deutschland zu rechnen.» , sagt Roman Marti, Mediensprecher der SBB gegenüber Redaktion Tamedia. Die Verspätungen würden primär den grenzüberschreitenden Verkehr betreffen. In der Schweiz werde die SBB verspätet eintreffende Züge aus Deutschland wann immer möglich mit eigenen Zügen ersetzen, sagt Marti. Pendler berichteten gegenüber Redaktion Tamedia auch von Verspätungen im Binnenverkehr: «Mein Zug von Basel nach Zürich, der von Deutschland aus gekommen ist, ist ausgefallen», berichtet ein junger Mann. «Ich musste dreissig Minuten warten und kam verspätet zur Arbeit», sagte der Pendler.

90 Prozent des Güterverkehrs stand still

In Deutschland war und ist die Situation prekärer: Ein Streik der Lokführer hat am Donnerstag in Deutschland für starke Beeinträchtigungen im Bahnverkehr gesorgt. «Wir haben im Güterverkehr teilweise 90 Prozent zum Stehen gebracht, im Personenverkehr über 80 Prozent. Die Wirkung ist enorm», sagte der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky.

Der gesamte Personenverkehr der Deutschen Bahn wurde ab 4 Uhr bestreikt. Nach sechs Stunden beendeten die Lokführer den Streik, wie ein GDL-Sprecher mitteilte.

Stark betroffen waren nach Angaben der Deutschen Bahn die S- Bahnen in Berlin, Hannover, München, Frankfurt am Main, Nürnberg und Stuttgart sowie die S-Bahn Rhein/Neckar. Auch im Regionalverkehr kam es im ganzen Land zu Behinderungen. Und der am Morgen angelaufene Fernverkehr war ebenfalls stark eingeschränkt.

Selbst nach Ende der Ausstands müssten sich Bahnreisende noch bis in den Abend auf Behinderungen einstellen, da die betroffenen Züge erst nach einigen Stunden wieder an den vorgesehenen Einsatzstellen zur Verfügung stünden, teilte die Bahn mit.

Im Schienengüterverkehr hatte der Ausstand bereits am Vorabend um 20 Uhr begonnen. Bis zum Morgen seien rund 300 Güterzüge nicht gefahren und befänden sich im Rückstau, meldete die Bahn.

Weitere Streiks nicht ausgeschlossen

Die GDL verlangt höhere Löhne und einen Flächentarifvertrag für alle 26'000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr. Die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn und Privatkonkurrenten scheiterten.

Die grosse Teilnehmerzahl zeige, dass die Mitglieder der GDL einen flächendeckenden Tarifvertrag «wollen und auch brauchen», sagte Gewerkschaftsvize Norbert Quitter. Über weitere Massnahmen, etwa zusätzliche Streiks in den kommenden Tagen, wolle er nicht spekulieren. Weitere Arbeitskämpfe seien aber nicht ausgeschlossen.

GDL-Chef Weselsky bat die Bahnreisenden um Verständnis. «Es ist eine harte Tarifauseinandersetzung.» Sieben Monate Verhandlungen hätten kein Ergebnis gebracht, «weil die Arbeitgeber sich nicht bewegen. Deswegen müssen wir zum letzten Mittel, zum Streik greifen».

Fronten verhärtet

Verhandlungsangebote, die keine Verbesserung darstellen, «nehmen wir nicht an», sagte Weselsky. Quitter forderte, dass der GDL direkt «verhandlungsfähige Angebote» gemacht würden. Bewegungsspielraum bei der Kernforderung nach einem Flächentarifvertrag gebe es aber nicht.

Bahn-Personalchef Ulrich Weber plädierte für «Verhandlungen in sachlicher Atmosphäre mit allen Beteiligten». Einzelne Verhandlungen mit den jeweiligen Betreibern machten den «Prozess noch aufwendiger», sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Er forderte die GDL auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

SDA/mrs

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