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Wissenschaftler in der KritikSVP will Corona-Taskforce abschaffen

In der grössten Partei hat man genug von der «Kommunikations-Kakofonie» der Expertengruppe.

SVP-Nationalrätin Esther Friedli hat genug von der Corona-Taskforce des Bundes.
SVP-Nationalrätin Esther Friedli hat genug von der Corona-Taskforce des Bundes.
Foto: Anthony Anex (Keystone)

SVP-Nationalrätin Esther Friedli wagte diese Woche den Frontalangriff auf die wissenschaftliche Corona-Taskforce des Bundes. In der Wirtschaftskommission stellte sie kurzerhand den Antrag, die Beratergruppe abzuschaffen. «Die Kommunikations-Kakofonie der Taskforce löst in der Bevölkerung und in der Wirtschaft eine grosse Verunsicherung aus und ist beschämend», sagt Friedli. Mühe bereitet ihr auch, dass die Experten für ihre Aussagen keine Verantwortung übernehmen müssten. «Aus meiner Sicht braucht es sie so nicht.»

Der Taskforce wurde zuletzt vorgeworfen, sie verbreite Alarmismus und mache unklare Prognosen. Zudem kam es zu widersprüchlichen Äusserungen einzelner Mitglieder. Friedli hat sich auch an Aussagen zu den Restaurants gestört. Die Taskforce empfiehlt mittlerweile, diese zu schliessen. «Das ist Gift für die Branche», sagt Friedli, die selbst als Gastronomin tätig ist. Und sie betont, dass in den Restaurants «sehr strenge Schutzkonzepte» gelten würden.

FDP fordert neues Mandat

Friedlis Antrag wurde in der Kommission zwar abgelehnt. Ans Aufgeben denkt sie aber nicht. Sie überlegt sich bereits, in der Dezember-Session mit einem Vorstoss nachzulegen.

Unzufrieden ist man nicht nur in der SVP. FDP-Ständerat Damian Müller fragt sich, ob die Taskforce mit ihrer Kommunikation überhaupt noch etwas bewirke aufgrund der Corona-Müdigkeit in der Bevölkerung. «Das Mandat sollte überdacht und angepasst werden», sagt er.

Bund redet Taskforce ins Gewissen

Beim Bund als Auftraggeber will man nicht so weit gehen. Die Arbeit der Taskforce «ist ein wichtiger Beitrag für die Bewältigung der Pandemie», teilt das Bundesamt für Gesundheit mit. Aber auch dort ist den Leuten aufgefallen, dass es «in letzter Zeit verschiedentlich Kritik zur Kommunikation» der Taskforce gab. Die Probleme wurden angesprochen: «Da sonst die Glaubwürdigkeit sowohl der Taskforce wie auch der beschlossenen Massnahmen des Bundes leiden würde.»

Bei der Taskforce heisst es, man wolle die Diskussion über die Kommunikation intern führen und «nicht in den Medien», wie Präsident Martin Ackermann sagt.

52 Kommentare
    Margot Helmers

    Gerade war in SRF 1 NZZ Standpunkte, zu Gast war die emeritierte Prof. Karin Mölling. Sie war unter anderem Professorin und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Universität Zürich (1993–2008) und Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin (1976–1993). Die Sendung sollte man sich ansehen, besonders empfehlenswert für panische Hysteriker. Wussten Sie, dass die DNA zu 50 % aus Viren besteht? Wegen den Viren müssen die Menschen zur Fortpflanzung keine Eier legen. Die Frau hatte in der Sendung noch viele weitere interessante Infos ganz allgemein über Viren gesagt und sich zu Covid 19 geäussert. Warum hört man nicht auf solche erwiesene Experten?