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BSV-Goalie Mario Cvitkovic«Super Mario» im Berner Tor

Mario Cvitkovic ist im Sommer neu zum BSV Bern gestossen. Der Kroate hat mit 26 Jahren schon in fünf Ländern Handball gespielt.

Mario Cvitkovic hat sich für den BSV bereits als Verstärkung erwiesen.
Mario Cvitkovic hat sich für den BSV bereits als Verstärkung erwiesen.
Foto: Andreas Blatter

«Super Mario», ruft der Speaker in der Gümliger Ballsporthalle. Der neue Torhüter des BSV Bern hat mal wieder einen Ball abgewehrt. «Schon als Jugendlicher hat man mich so bezeichnet, wenn ich gut gespielt habe», sagt Mario Cvitkovic. Und auch in Bern gab es schon verschiedentlich Anlass dazu; der 26-Jährige hat in den ersten Spielen der Saison gezeigt, dass der BSV einen Schlussmann von guter Qualität verpflichtet hat.

Mit Cvitkovic ist ein Mann zu den Bernern gestossen, der es liebt, immer wieder neue Herausforderungen anzupacken. Die Schweiz ist bereits das fünfte Land, in dem er Handball spielt.

Immer schon im Tor

Cvitkovic ist in Sinj im Süden Kroatiens aufgewachsen. Als er mit Handball begann, war es für ihn eigentlich klar, dass er im Tor stehen wird. «Wenn wir als Kinder Fussball gespielt haben, war ich immer der Goalie», sagt er. «Warum, weiss ich gar nicht mehr.» In Split legte er den Grundstein für die Profikarriere, die ihn bereits mit 19 Jahren ins Ausland führte, nach Aix-en-Provence im Süden Frankreichs. Weitere Stationen waren Karlskrona (Schweden) und ab 2017 Tatran Presov. «Dort konnte ich in der Champions League spielen, diese Anfrage konnte ich nicht ablehnen», schildert er den Grund seines Wechsels in den Osten der Slowakei.

Das Leben dort sei mit jenem in Kroatien zu vergleichen, sagt Cvitkovic. Und er habe dort gelernt, mit grossem Druck umzugehen. «In Presov hat der wichtigste Geldgeber das Sagen. Er wird sofort ungeduldig, wenn die Ergebnisse nicht stimmen», schildert der Kroate die Zustände in seinem ehemaligen Verein. «Immer wieder sind ausländische Spieler nach kurzer Zeit wieder weggegangen, weil sie sich in diesem Umfeld nicht wohlfühlten.»

Cvitkovic blieb drei Jahre, kam dann aber im letzten Winter zum Schluss, eine Luftveränderung anzustreben. Die Slowaken waren nicht nur in der Champions League, sondern auch in der südosteuropäischen SEHA-League aktiv, der vor allem Vereine aus dem ehemaligen Jugoslawien angehören. «So haben wir sehr viele Spiele bestritten, manchmal waren wir zehn Tage am Stück unterwegs», sagt Cvitkovic. «Dies war für mich mit der Zeit eine zu grosse Belastung.»

Mehrere Angebote seien ihm vorgelegen, sagt der Kroate. Und jenes aus Bern habe ihn am meisten angesprochen. «Ich habe mich auch mit Ante Kaleb ausgetauscht», sagt er. «Er hat mir viel Gutes über den BSV erzählt.» Den Spielmacher der Berner kannte Cvitkovic vorher nicht persönlich. Mittlerweile sind die beiden Kroaten enge Freunde; sie leben in Gümligen in nebeneinanderliegenden Wohnungen.

Presov löste schliesslich den eigentlich noch bis Ende Juni laufenden Vertrag bereits per Ende März auf, nachdem der Wechsel des Goalies in die Schweiz feststand. Die Slowaken mussten nach dem Abbruch der Saison aufgrund der Corona-Pandemie rasch Einsparungen vornehmen. «Dies war für mich in Ordnung», sagt er. «In finanzielle Probleme geriet ich dadurch nicht.»

Bleibt er länger?

Cvitkovic war einst Stammtorwart in der kroatischen Junioren-Nationalmannschaft; 2013 durfte er gar den Final der U-21-WM in Ungarn gegen Dänemark bestreiten; den Titel holten die Skandinavier. Für das A-Nationalteam ist er jedoch nie nominiert worden. Gerne würde er einmal in einer europäischen Topliga, etwa in Frankreich oder der Bundesliga spielen. «Ich könnte es mir aber auch vorstellen, länger hierzubleiben», sagt er. «Die Stadt Bern ist sehr schön, im Verein gefällt es mir.» Und so könnte der Speaker noch häufiger «Super Mario» rufen, wenn Cvitkovic wieder einmal einen Ball abgewehrt hat. Zum Beispiel heute (19.45 Uhr), wenn der BSV zu Hause gegen GC Amicitia Zürich antritt.