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Dichtes Programm Streng für Spieler und Staff

In der Super League geht es Schlag auf Schlag. Nur drei Tage nach dem 3:0-Sieg gegen Xamax muss der FC Thun nach Lugano (Mittwoch, 20.30) reisen. Spiele im Drei-Tages-Rhythmus stellen für alle Beteiligten eine Herausforderung dar.

Auch der Staff der Proficlubs ist während des dicht gedrängten Programms gefordert. Thuns Chef-Physiotherapeut Wladimir Winnitschenko (rechts) reicht den Thuner Akteuren Trinkflaschen.
Auch der Staff der Proficlubs ist während des dicht gedrängten Programms gefordert. Thuns Chef-Physiotherapeut Wladimir Winnitschenko (rechts) reicht den Thuner Akteuren Trinkflaschen.
Foto: freshfocus

13 Partien binnen 48 Tagen bei hochsommerlichen Temperaturen: Das Mammutprogramm in der Super League erfordert von den Fussballern körperliche und mentale Höchstleistungen und raubt ihnen viel Substanz. «Es bleibt nur wenig Zeit für die aktive Erholung zwischen den Spielen», sagt Thuns Mittelfeldakteur Grégory Karlen, der unlängst beim 3:0-Erfolg im Abstiegskampf gegen Schlusslicht Xamax mit zwei Toren geglänzt hatte.

Die Regeneration sei während dieses anspruchsvollen Programms aber essenziell, erklärt der 25-jährige Walliser und fügt an: «Nur wer schnell wieder frisch ist, kann sein Potenzial im nächsten Spiel voll abrufen.» Auch Basil Stillhart, in den letzten Wochen stilsicherer, umsichtiger Chef der Thuner Defensivabteilung, unterstreicht die Wichtigkeit, dem Körper nach einer anstrengenden Begegnung möglichst viel Gutes zu tun: «Eisbäder, heisse Bäder, Massagen, viel Schlaf und gesundes Essen sind derzeit so wichtig wie Taktik.»

«Anspruchsvolle Wochen»

Das dicht gestaffelte Programm beansprucht die Profis stark. Es bedeutet aber auch für den gesamten Staff eine Herausforderung. Spiele im Drei-Tages-Rhythmus bescheren dem Thuner Chefcoach Marc Schneider und seinen Assistenztrainern, Analysten und Physiotherapeuten eine Menge Arbeit. Einer von Schneiders Assistenten, Simon Nüssli, dessen Aufgabe unter anderem darin besteht, taktische Varianten auszubrüten und die Spielweisen der Gegner in Videoanalysen zu sezieren, sagt: «Es sind auch für uns anspruchsvolle Wochen. Es geht Schlag auf Schlag. Umso wichtiger ist es, dass man sich so perfekt als möglich auf die Stärken und Schwächen des Gegners vorbereitet.»

Die Zeitspanne zwischen der taktischen Aufarbeitung des letzten Spieles und der Vorbereitung auf den nächsten Einsatz ist klein. So klein, dass Nüssli den nächsten Gegner Lugano etwa bereits letzte Woche in dessen vorletztem Heimspiel gegen St. Gallen genau unter die Lupe genommen hatte. Nüssli arbeitete also quasi schon vor und hatte somit ein solides Fundament, das er dann mit den Informationen von Luganos letztem Spiel vom Sonntag in Luzern zusätzlich noch ergänzen kann.

Auch auswärts punkten

Auch Trainer Schneider trug dem strengen Programm zuletzt Rechnung. Indem er mit klugen Rochaden, die teils auch Verletzungen und Sperren geschuldet waren, seine Formationen auch mal umkrempelte und so einige Gegner mit taktischen Kniffen überraschte, die so nicht unbedingt erwartet werden konnten. Vor allem in den Heimspielen trumpfte der FCT seit Wiederaufnahme der Meisterschaft auf, schlug der Reihe nach YB, Zürich und Xamax. Auswärts hingegen haperte es. Vier Niederlagen in Serie stehen zu Buche, eine Negativserie, die in Lugano (Mittwoch, 20.30) gebrochen werden soll. «Uns ist es bewusst, dass wir auch auswärts punkten müssen. Eventuell müssen wir die Art und Weise, wie wir auftreten, etwas anpassen», sagt Schneider.

Lugano präsentierte sich im heimischen Cornaredo-Stadion zuletzt übrigens von der Schokoladenseite. Die Equipe des Berner Trainers Maurizio Jacobacci besiegte sowohl Luzern (2:0) als auch Basel (2:1) und trotzte Leader St. Gallen einen Punkt ab (3:3). Die Thuner sind also gewarnt. «Lugano ist defensiv sehr gut organisiert. Wir werden sehr viel Geduld brauchen und dürfen ja nicht in das offene Messer laufen», erklärt Coach Schneider.

So könnte Thun in Lugano spielen: Faivre; Glarner, Stillhart, Havenaar, Hefti; Hasler, Bertone, Karlen, Fatkic; Bandé, Munsy. – Ohne Sutter (verletzt), Rapp (fraglich).