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One Million RunDie Schweiz lief 25 Mal um die Welt

Am Wochenende legten mehr als 90’000 Laufbegeisterte zusammen über eine Million Kilometer zurück. Für Mitorganisator Andreas Cueni ist jedoch etwas anderes als die zurückgelegte Distanz entscheidend.

Egal ob Laufanfänger oder Profisportler: Am Wochenende rannten viele für einen guten Zweck.
Egal ob Laufanfänger oder Profisportler: Am Wochenende rannten viele für einen guten Zweck.
Urs Jaudas

Dreieinhalb Stunden vor dem Ende überquerten die über 90’000 angemeldeten Läufer die imaginäre Ziellinie. Am Sonntagabend wurde beim «One Million Run» die eine Million Kilometer geknackt und somit das angestrebte Ziel erreicht. Neben vielen Hobbyathleten rannten auch etliche Profisportler für einen guten Zweck. Laufwunder Julien Wanders legte in Kenia 16 Kilometer zurück. Die Gasparin-Schwestern joggten in der Natur. Alex Wilson quälte sich über eineinhalb Stunden. Und Marathonläufer Tadesse Abraham wurde seinem Beruf gerecht und spulte 42,2 Kilometer am Stück ab.

Dies alles diente einem guten Zweck: Aufgrund der Coronakrise kam die Schweizer Laufszene zum Stillstand, über 150 Wettkämpfe mussten bisher abgesagt werden. Doch der One Million Run zeigte, dass die Schweiz alles andere als still steht. Insgesamt wurden in 48 Stunden 1’115’751 Kilometer zurückgelegt. Die Teilnahme am Event war gratis, wobei jeder einen beliebigen Betrag für die Schweizer Sporthilfe spenden konnte, der dann der Nachwuchsförderung zugute kommt. Daneben gaben sich auch Sponsoren und ein bis anhin unbekannter Mäzen grosszügig.

Laut Mit-Organisator Andreas Cueni sind bis Sonntagnachmittag so eine Million Franken zusammengekommen. Der Medienverantwortliche von Weltklasse Zürich sagt aber, dass die gelaufenen Kilometer und der eingenommene Betrag nur die Zugabe seien. Er sagt: «Es ist unglaublich, was in den letzten zwei Tagen in der Schweiz los war. Die Veranstaltung hat enorm viele Menschen bewegt, das ist das Wichtigste.»

Cueni sagt, das ihn und seinen Kollegen von der Organisation viele schöne Geschichte von Teilnehmern erreicht hätten, die sie so nicht erwartet hätten. «Wir erhielten zum Beispiel eine Facebook-Nachricht von einer Dame, die sich erst im August einen Tumor aus dem Knie hatte entfernen lassen. Diese Frau lief früher Marathons, und hat sich nun zum ersten mal wieder eine Startnummer angesteckt. Diese Geschichte hat mich extrem berührt.»

Ob es nach dieser Erfolgsgeschichte in der Zukunft erneut zu einem «One Million Run» kommen wird, denkt Cueni eher nicht. Die Idee für den Event sei in der speziellen Zeit aufgrund der Coronakrise entstanden. Darum sagt er: «Ich hoffe nicht, dass wir bald wieder einen solchen Lauf veranstalten müssen, weil ich hoffe, dass wir uns alle nie mehr in einer solchen Situation befinden werden.»