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SchlageretteSternenmeer

Singt Cristina Maria Sieber da tatsächlich «verdammtes Sternenmeer»? Wie dem auch sei: Sterne haben einen wichtigen Platz in der Schlagerwelt.

Bei ihr klingt das Sternenmeer sonnig: Die Appenzeller Schlagersängerin Cristina Maria Sieber.
Bei ihr klingt das Sternenmeer sonnig: Die Appenzeller Schlagersängerin Cristina Maria Sieber.

Kürzlich im Tessin hat es mir die Sprache verschlagen. Ich konnte am Nachthimmel vor lauter Gestirne nicht nur kein einziges Sternbild ausmachen, es schien sogar, als würden die Milliarden von Himmelskörpern wie ein Feuerwerkregen auf mich niederprasseln. Zurück in Bern war der Blick hinauf nicht mehr so imposant, doch auch hier funkelten die Sterne heller als üblich. Inzwischen habe ich erfahren, dass der klarere Nachthimmel dem coronabedingten Lahmliegen des Flugverkehrs zu verdanken ist.

Aber eigentlich will ich von einem ganz anderen Sternenmeer erzählen. Die Appenzeller Schlagersängerin Cristina Maria Sieber hat kürzlich einen ersten Vorgeschmack auf ihr Album «Herzfrequenzen» veröffentlicht, das später in diesem Jahr erscheinen soll. Der Song heisst, eben: «Sternenmeer» und klingt im Verhältnis dazu eher sonnig. Was ich allerdings viel irritierender finde, ist das Intro. Nicht, weil das Lied mit einer Stimme beginnt, die klingt, als käme sie direkt aus dem All. Nein. Nach meinem Empfinden sagt ebendiese auch nach dem hundertsten Mal genau hinhören noch immer: «verdammtes Sternenmeer».

Was ziemlich sicher nicht stimmt, denn im Verlauf des heiter-poppigen Lovesongs ist mit Sternenmeer der Ort gemeint, an dem die Liebe wohnt. Da will Cristina Maria Sieber mit ihrem Traummann hin – «Millionen Lichter, Millionen Träume, und wir sind frei».

Wie dem auch sei, «Sternenmeer» reiht sich in eine ganze Serie himmlischer Sternensongs, die es sich in diesen Nächten wieder mal anzuhören lohnt: «Du bist wie die Sterne so schön» von den Calimeros beispielsweise, Katja Ebsteins unvergessenes «Der Stern von Mykonos» oder natürlich «Ein Stern (der deinen Namen trägt)» von DJ Ötzi und Nik P. Etwas weniger offensichtlich, aber für mich am allerschönsten ist «Der Himmel spielte Hollywood» von den Nockis, eine ältere Nummer, die es auf das neue «Alles Hits!»-Album geschafft hat. Dem Text sei Dank, habe ich nun doch noch einen Ausdruck für das kürzlich erlebte Tessiner Faszinosum gefunden: Es war «like Casablanca und mehr».