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Wegen Corona-PandemieStadt Thun unterstützt Wirtschaft mit weiteren Massnahmen

Die Folgen der Corona-Pandemie sind einschneidend für die Wirtschaft – im Speziellen war es der Lockdown. Der Gemeinderat unterstützt Betroffene mit Mietzinserlassen und reduzierten Gebühren.

Die Stadt Thun unterstützt Betroffene, die unter der Corona-Krise leiden.
Die Stadt Thun unterstützt Betroffene, die unter der Corona-Krise leiden.
Foto: PD

Bereits im März beschloss der Thuner Gemeinderat infolge der Corona-Pandemie ein Massnahmenpaket zur Unterstützung der Thuner Wirtschaft. Zentrale Massnahme war der Solidaritätsbeitrag in der Höhe von 2 Millionen Franken, den der Stadtrat im Mai genehmigte. Auf Gesuch hin stundete die Stadt zudem Miet-, Pacht- und Baurechtszinse für maximal drei Monate.

«In den vergangenen Wochen gingen bei der Stadt Thun diverse weitere Anträge zu verschiedenen Themen ein. Der Gemeinderat ist sich der schwierigen Situation für die Wirtschaft bewusst und prüfte die Anträge sorgfältig unter Abwägung diverser Faktoren», heisst es in einer aktuellen Mitteilung der Stadt. Er habe weitere Massnahmen beschlossen, um insbesondere Betriebe aus der Gastro-, der Event- und anderen stark betroffenen Branchen zu unterstützen.

Stadt kommt Mietern entgegen

Vom Lockdown waren in diesem Frühling auch Betriebe betroffen, die bei der Stadt Thun als Mieter, Pächter oder Baurechtnehmer auftreten. Etwas mehr als 20 Betriebe aus der Gastro- und anderen Gewerbebranchen wandten sich an die Stadt mit Anträgen für Stundungen oder Mietzinserlasse.

«Insgesamt beläuft sich der Betrag der Mietzinserlasse und -reduktionen auf rund 160’000 Franken.»

Aus der Mitteilung der Stadt Thun

«Direkt betroffene Betriebe wie Restaurants, Bars, Sport- und Tanzstudios, die ein Gesuch eingereicht haben, erhalten für die Zeit vom 16. März bis zum 10. Mai einen Erlass in der Höhe von zwei Netto-Monatsmietzinsen. Indirekt betroffene Betriebe (Reisebranche, Werkstätten, Ateliers, Lebensmittelläden), die mit Umsatzbeinbussen konfrontiert waren und ein Gesuch einreichten, erhalten für denselben Zeitraum eine Netto-Mietzinsreduktion von 60 Prozent», informieren die Behörden. Insgesamt belaufe sich der Betrag der Mietzinserlasse und -reduktionen auf rund 160’000 Franken.

Zudem behandelt der zuständige Ausschuss Gesuche für den Covid-19-Solidaritätsbeitrag bis Ende Dezember. Damit die Anträge bis dahin bearbeitet werden können, sind sie bis zum 15. November einzureichen.

Da die Fallzahlen rasant steigen, sind weitere Restriktionen bezüglich der Durchführung von Anlässen möglich, also beispielsweise die Wiedereinführung einer Obergrenze für Besucherinnen und Besucher. Dessen ist sich auch der Thuner Gemeinderat bewusst. Aber ein Entschluss bezüglich weiterer Hilfeleistungen an Veranstalter sei nicht gefällt worden, sagte der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz auf Anfrage. «Wir leben in unsicheren Zeiten, und besprechen uns im Gemeinderat deshalb regelmässig und intensiv, wie wir einer Veränderung der Lage begegnen würden», betonte er auf Anfrage. «Wir haben auch sichergestellt, dass wir kurzfristig reagieren können.»

Gebühren reduziert

Während des achtwöchigen Lockdown konnten unter anderem Restaurants auf öffentlichem Boden nicht bewirtschaftet und Reklametafeln von Geschäften (Non-Food) nicht werbewirksam aufgestellt werden. Auch die Märkte durften nicht stattfinden, und die Glacevelos konnten die Saison erst verspätet starten. Deshalb habe die Stadt Thun die Gebühren für den gesteigerten Gemeingebrauch für die betroffenen Verkaufsgeschäfte und Dienstleistungsbetriebe um zwei Monatsraten reduziert, heisst es weiter. Die Reduktion beträgt 29’000 Franken.

Weiter mussten sämtliche Grossveranstaltungen abgesagt werden. «Drei Veranstaltende, mit denen eine Leistungsvereinbarung besteht, ersuchten die Stadt Thun um eine finanzielle Beteiligung an den bereits angefallenen Kosten.» Der Gemeinderat prüfte die Gesuche und entschied, die Veranstaltungen Ironman Thun, Thuner Seespiele und Swatch Rocket Air «mit einem der Situation angemessenen Beitrag» zu unterstützen.

«Die Stadt Thun beteiligt sich mit maximal 68 000 Franken an den bereits angefallenen Kosten der drei Veranstaltungen, wobei sich dieser Betrag durch Beiträge des Kantons noch etwas reduzieren könnte», präzisierte Lanz. Angaben zu den einzelnen Beträgen für die drei Veranstaltungen machte er nicht. «Die Ausgangslage in diesen drei Fällen ist unterschiedlich», erklärte er. «Was die Vorbereitungen betrifft, gibt es grosse Unterschiede zwischen den Veranstaltungen. Die einen sind bereits relativ weit fortgeschritten, andere nicht.» Deshalb könnten die nackten Zahlen leicht fehlinterpretiert werden.

pd/mi