Der erwünschte Rückenwind für Stadler

Kurz vor dem Börsengang meldet Peter Spuhlers Stadler Rail einen Rekordauftrag. Das ist kein Zufall.

Will mit seinem Unternehmen an die Börse: Stadler-Rail-Patron Peter Spuhler.

Will mit seinem Unternehmen an die Börse: Stadler-Rail-Patron Peter Spuhler.

(Bild: Keystone Gian Ehrenzeller)

Wann geht Stadler Rail nun an die Börse? Die Anzeichen verdichten sich, dass es eher früher als später sein wird. Nun hat Stadler auch noch einen Grossauftragan Land gezogen. 127 Züge für 600 Millionen Dollar hat die Metro-Betreiberin Marta aus Atlanta bei Stadler bestellt. Es wäre die perfekte Geschichte, um den Börsengang zu unterstützen.

Stadler war in den vergangenen Monaten immer wieder positiv in den Schlagzeilen. Meldet immer wieder neue Aufträge. Bis zum Jahr 2020 will Stadler seinen Umsatz von 2 auf 4 Milliarden steigern. Für potenzielle Anleger sind solche Meldungen und Aussichten wichtig. Sie sind Teil der sogenannten Wachstumsstory, die zu einem Börsengang gehört.

In den offiziellen Richtlinien für einen Börsengang der Schweizer Börse heisst es denn auch: «Investoren müssen aufgrund des Geschäftsmodells und der Alleinstellungsmerkmale für den IPO-Kandidaten interessiert und begeistert werden können.» Eine entscheidende Frage: Handelt es sich um eine Wachstumsstory mit erheblichem Kurspotenzial? Der Erfolg des IPOs hänge massgeblich von der Qualität und der Glaubwürdigkeit dieses Prozesses vor dem eigentlichen Börsengang ab, heisst es weiter.

«Das Geschäft von Stadler steht und fällt mit Grossaufträgen. Deshalb gibt so eine Meldung natürlich Rückenwind», sagt Bernd Hartmann, Leiter Research bei der VP-Bank. Eindruck mache es aber vor allem auf Privatanleger. «Für institutionelle Anleger macht dieser Auftrag keinen Unterschied», sagt Hartmann. Klar sei aber auch: «Die Visibilität des Unternehmens wird noch mal verstärkt.» Dies deutet auf einen baldigen Börsengang hin.

In Amerika angekommen

Für Stadler ist der Auftrag zwar der grösste der Firmengeschichte. Doch hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren immer wieder Grossaufträge vermeldet. Mit einem Auftrag für Züge, die im Silicon Valley in den USA verkehren werden, hat Stadler auch ennet dem Atlantik Fuss gefasst.

Durch den neuen Auftrag wird der Markt in den USA für Stadler noch mal ein Stück wichtiger. «Stadler wird nicht nur neue Märkte erschliessen, sondern dürfte auch nicht zuletzt aufgrund der attraktiven Produktentwicklungen weiteren Marktanteil dazugewinnen», schreibt die VP-Bank in ihrer Analyse zum Börsengang. Die Analysten der Bank schreiben aber auch, dass Stadler noch nicht «über eine wirklich globale Ausrichtung» verfüge.

Die 127 Fahrzeuge werden in den USA gefertigt. Dort hat Stadler innert kürzester Zeit eine neue Fabrik hochgezogen. Der Grund: Bei solchen Grossaufträgen müssen 60 Prozent der Wertschöpfung in den Staaten selbst liegen. Die Produktionsstätte wurde in dieser Woche eröffnet. Produziert wird aber bereits seit längerem vor Ort.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt