Ein Spiel, viele Helden

Der BSV Bern schlägt Spartak Moskau 24:18 und zieht sensationell in die nächste Runde des EHF-Cups ein.

Grenzenlose Freude: Die BSV-Spieler jubeln nach dem Schlusspfiff.

Grenzenlose Freude: Die BSV-Spieler jubeln nach dem Schlusspfiff.

(Bild: Raphael Moser)

Es ist ein Versprecher mit Symbolcharakter. Als es nach der Partie zwischen dem BSV Bern und Spartak Moskau darum geht, die besten Spieler zu ehren, ruft der Stadionspeaker die Nummer 18 nach vorne. Als Matthias Gerlich den Preis und Gratulationen entgegengenommen hat, merkt der Sprecher, dass eigentlich die Nummer 1, Torhüter Edin Tatar, die Auszeichnung hätte erhalten sollen.

Der Bosnier kommt nach vorne, die beiden lachen und laufen Arm in Arm zu ihren feiernden Teamkollegen. Es ist ein Bild, das bestens zur Stimmung passt, die kurz nach 18:30 Uhr in der Mobiliar Arena Gümligen herrscht.

Die lange Liste

Denn eigentlich ist es schwierig, nach dieser Partie einen einzelnen Spieler hervorzuheben. Vielleicht Jakub Szymanski, der zuletzt fiebergeschwächt fehlte und gegen Spartak sieben Tore beisteuerte und auch defensiv eine tragende Rolle übernahm, vielleicht Matthias Gerlich, fünffacher Torschütze und mit seiner physischen Präsenz enorm wichtig in der Verteidigung, vielleicht Goalie Edin Tatar, der 18 Mal parierte, vielleicht Captain Thomas Heer, der nach energischem Nachsetzen in der 42. zum 17:12 traf und damit die Hypothek aus dem Hinspiel erstmals egalisierte.

Vielleicht Michael Kusio, der nach einem harten Aufprall am Mittwoch noch mit dem Verdacht auf Hirnerschütterung ausfiel und nun vier wichtige Tore beisteuerte, vielleicht Simon Getzmann, der sich aus sieben Metern gewohnt kaltblütig zeigte und alle seine drei Versuche verwandelte.

Die Liste könnte weitergeführt werden, denn jeder der eingesetzten Spieler trug seinen Teil dazu bei, dass am Ende auf der Anzeigetafel ein 24:18 für die Berner stand, sie den Rückstand aus der ersten Begegnung vom Freitag vor einer Woche (23:28) wettmachten und erstmals den Einzug in die dritte Qualifikationsrunde des EHF-Cups schafften.

Der perfekte Matchplan

Auch Trainer Aleksandar Stevic wollte keinen seiner Spieler hervorheben, lobte stattdessen das Kollektiv. «Um so etwas zu schaffen, braucht es von jedem einzelnen eine Topleistung», meinte der Deutsche. Sie hätten sich vorgenommen, das Spieltempo tief zu halten und sich auf die Verteidigung zu konzentrieren, um dann in den letzten 15 Minuten offensiv aufzudrehen.

Und Stevic konnte erfreut konstatieren: «Die Jungs haben den Matchplan perfekt umgesetzt.» 10:9 lag der BSV zur Pause in Front, ein Wunschresultat und zugleich die beste Defensivleistung in dieser Saison. Die Berner sollten sie in der zweiten Halbzeit gleich noch einmal wiederholen. Er habe von Anfang an gespürt, dass das Weiterkommen drin liege, meinte Matthias Gerlich. «Unsere Intensität in der Verteidigung war unglaublich hoch.»

Noch ist nicht bekannt, auf wen der BSV in der dritten Qualifikationsrunde treffen wird, aber das ist dem Deutschen ziemlich egal: «Alles was jetzt noch kommt, ist Zugabe.»

Berner Zeitung

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