Worin sich Wacker steigern muss

Mit zwei Auswärtsniederlagen sind die Thuner in das Jahr gestartet. Nun soll daheim gegen Pfadi Winterthur (Samstag, 17 Uhr) alles besser werden. Potenzial liegt eine Menge brach.

Hoffen auf baldige Besserung: Ein frustrierter Simon Huwyler. Foto: Markus Grunder

Hoffen auf baldige Besserung: Ein frustrierter Simon Huwyler. Foto: Markus Grunder

Adrian Horn

Eine überraschende Pleite in Zürich, eine deutliche Niederlage gegen die Kadetten: Der Wiederauftakt nach der Winterpause verlief für Wacker Thun enttäuschend. Martin Rubins Team braucht gegen Pfadi Winterthur einen Sieg, damit es den Anschluss an die erweiterte Spitze nicht verliert. Anlass zur Hoffnung bietet, dass der zuletzt angeschlagene Schlüsselspieler Nicolas Raemy voraussichtlich wird mittun können. Und dass sich die Oberländer in vielen Belangen steigern können. Im Wesentlichen müssen sie sich in folgenden Punkten verbessert zeigen:

1. Erinnern Sie sich an diesen wunderschönen Treffer in Partie 3 des Playoff-Finals von 2018? Lukas von Deschwanden wirft den Ball von hinten links nach vorne rechts, Jonas Dähler steigt hoch und schiesst im Fallen in den Winkel. Es war die aufregendste Aktion im vielleicht besten Auftritt in der Clubgeschichte. Sie war Zeugnis von Spielfreude. Derlei Dinge sah man zuletzt nicht. Die Angriffe werden nach den oft gleichen Mustern vorgetragen, und der Abschluss ist dann doch oft das Resultat eines Alleingangs. Mehr Kreativität benötigt Wacker.

2. Wer Begegnungen an der EM verfolgt und/oder zuletzt den Schaffhausern zugesehen hat, weiss: Den Kreisläufer kann man anspielen. Die Thuner taten dies in den vergangenen Monaten sehr selten. In Form wäre Reto Friedli offensichtlich: Er verwertete gegen die Kadetten sämtliche drei Chancen, die sich ihm geboten hatten. Das Spiel mit dem Kreisläufer – es gehört forciert. Zumal es die Angriffe unberechenbarer macht.

3. Spielwitz, Pässe an den Kreis: In diesen Angelegenheiten brilliert Rückkehrer Raemy gewöhnlich, der MVP der letzten Saison. Mit Ivan Wyttenbach beschäftigen die Thuner einen weiteren Aufbauer, der mit starken Zuspielen seine Mitstreiter zu lancieren vermag. Ihn öfter einzusetzen, wäre der Qualität der Angriffe vermutlich förderlich. Leader Nicolas Suter würde folglich in den linken Rückraum rücken – wo seine Stärken ohnehin besser zur Geltung kommen als auf der Position des Regisseurs. Suter, Wyttenbach, Raemy: Das hat in der letzten Saison übrigens oft gut geklappt, gerade im Playoff.

4. Als Penaltyschütze agierte Wyttenbach zuletzt ungewöhnlich unsicher. Er scheiterte in Zürich und in Schaffhausen je zweimal. Wackers Keeper dagegen hielten 2020 noch keinen einzigen Strafwurf. 15-mal durften die Gegner heuer aus sieben Metern werfen, 15-mal war der Ball drin. Die Disziplin Penalty: Sie war 2019 eine ausgeprägte Stärke, vorne wie hinten. Und sie muss es wieder werden.

5. Im Schnitt kassieren die Thuner seit der Winterpause acht 2-Minuten-Strafen pro Spiel. Das ist viel zu viel. Und das bringt Rubins Team bisweilen um den Lohn. Die Oberländer müssen disziplinierter verteidigen, als sie dies zuletzt getan haben. Die vielen Strafen waren bereits in der Champions League ein Problem.

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