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WM-Zweite Rothmund: Parallelen zu Gut

Im letzten Rennen der Nachwuchs-WM in Crans-Montana gewinnt Jasmin Rothmund aus Azmoos im St. Galler Oberland Silber im Super-G der Juniorinnen.

Reto Schmidiger eröffnete den Medaillenregen an den Junioren-WM in Crans-Montana mit dem Sieg im Slalom.
Reto Schmidiger eröffnete den Medaillenregen an den Junioren-WM in Crans-Montana mit dem Sieg im Slalom.
Keystone
Und dank Justin Murisier feierten die Schweizer sogar einen Doppelsieg.
Und dank Justin Murisier feierten die Schweizer sogar einen Doppelsieg.
Keystone
Und zum Abschluss Nummer 11: Die St. Gallerin Jasmin Rothmund schnappt sich im Super-G Silber.
Und zum Abschluss Nummer 11: Die St. Gallerin Jasmin Rothmund schnappt sich im Super-G Silber.
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14 Medaillen an den WM der «Grossen» 1987, elf an den Nachwuchs-Titelkämpfen 24 Jahre später: Crans-Montana bleibt ein Synonym für Rekorde im Schweizer Skisport. Die elfte Medaille in der zehnten und letzten Entscheidung gewann Jasmin Rothmund. In ihrem 15. und letzten Juniorinnen-WM-Rennen schaffte es die 19-jährige Ostschweizerin nach fünf Top-Ten-Plätzen doch noch aufs Podest. Rothmund wurde drei Zehntelsekunden hinter der Italienerin Irene Curtoni Zweite.

Die Alpnacherin Priska Nufer verpasste Bronze als Vierte nur um 0,09 Sekunden. Jasmine Flury als Sechste und die erst 16-jährige Corinne Suter als Neunte rundeten das hervorragende Team-Resultat ab. Nufer und Suter ärgerten sich über zeitraubende Fehler. Joana Hählen und Andrea Thürler schieden aus.

Mit drei Gold-, fünf Silber- und drei Bronzemedaillen führt die Schweiz den abschliessenden Medaillenspiegel deutlich an. Auch die nach dem langjährigen FIS-Präsidenten benannte «Marc Hodler Trophy», für die jeweils die besten zwei einer Nation jedes Rennens zählen, gewinnt die Schweiz mit grossem Vorsprung.

«Die letzte Chance»

Im Mittelpunkt stand heute für einmal Jasmin Rothmund. Die 19-Jährige aus Azmoos, das zur gleichen Gemeinde gehört wie das Martina-Hingis-Dorf Trübbach, musste sich nur der Italienerin Irene Curtoni geschlagen geben. Rothmund war zu Grand-Prix-Migros-Zeiten die grosse Gegenspielerin von Lara Gut. Ähnlich wie deren Vater Pauli Gut, der mit Sporting Gottardo einen eigenen Skiklub gründete, ging auch Familie Rothmund eigene Wege. Jasmin Rothmund und ihre vier Jahre ältere Kollegin Esther Good (heute im A-Kader) schlossen sich auf Initiative ihrer Väter dem Skiclub Walenstadt an, wo diese ihre eigenen Ideen umsetzen konnten, weil es noch gar keine Rennabteilung gab.

«Mir war am Morgen ganz bewusst, dass es meine letzte Chance ist, doch noch eine Medaille zu gewinnen», sagte Rothmund. Auf dem Weg dahin hatte sie immer wieder Rückschläge einzustecken, nicht nur gesundheitlicher Natur. So brach Rothmund die Schule am legendären Schigymnasium Stams nach kurzer Zeit ab, weil sie sich in der Tiroler Talentschmiede nicht wohl fühlte. Momentan konzentriert sich die Ostschweizerin ganz auf den Skisport. Wenn alles klappt, wird sie im Sommer aber die Spitzensport-RS absolvieren. Das ist Voraussetzung, um für eine der Armeestellen für Sportlerinnen und Sportler infrage zu kommen. Mit Marc Gisin gehört erst ein Alpiner zu diesem Förderprogramm.

20'000 Zuschauer und grosse Pläne

Obwohl die jungen Medaillensammler noch einen weiten Weg vor sich haben, gibt das Abschneiden viel Mumm und Zuversicht. «Die Bilanz ist natürlich sensationell», sagte Nachwuchschef Franz Hofer. «Und das nicht nur, wenn man den Medaillenspiegel anschaut.[ Die Schweiz war mit dreimal Gold, fünfmal Silber und dreimal Bronze nicht nur da die klare Nummer 1, sondern auch in der aussagekräfigeren «Marc Hodler Troph». In die nach dem langjährigen FIS-Präsidenten benannte Wertung fliessen alle Top-Ten-Resultate ein, pro Rennen und Nation aber nicht mehr als zwei. 132 Punkte totalisierte das Swiss-Ski-Team, 39 mehr als der ÖSV-Nachwuchs. «Diesen Schwung und diese Stimmung nehmen wir gerne mit in die Zukunft», sagte Hofer. «Aber wir müssen realistisch bleiben. Noch hat keiner im Weltcup gewonnen.»

Die Tage in Crans-Montana waren aber auch aus organisatorischer Sicht ein Erfolg. Das Traumwetter lockte auf die sieben Renntage verteilt rund 20'000 Zuschauer in den Zielraum. Viele kamen insbesondere wegen des Unterwallisers Justin Murisier. 348 Aktive und insgesamt 1365 Akkreditierte bedeuteten Rekorde. Als nächsten Fixpunkt peilt das OK die Speed-Weltcup-Rennen der Frauen im März 2013 an. Im Winter 2011/2012 könnte wieder der Europacup in Crans-Montana Station machen. Nachdem die Lenzerheide das Weltcup-Finale 2011 und 2013 zugesprochen erhalten hat, ist Crans-Montana der Schweizer Kandidat für 2015 – und Méribel (Fr) der bis dato einzige Konkurrent.

si/fal

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