Verhaltene Zuversicht in Wengen

Am Donnerstag muss in Wengen ein Abfahrts­training stattfinden, damit die drei Rennen wie vorgesehen durchgeführt werden können.

Viel Schnee, aber noch kein Training am Lauberhorn.

Viel Schnee, aber noch kein Training am Lauberhorn.

(Bild: Marcel Bieri)

Übergibt FIS-Renndirektor Markus Waldner das Wort am abendlichen Meeting der Teamverantwortlichen dem Meteorologen Peter Hinteregger, wird es im hintersten Zimmer des obersten Stocks im Wengener Schulhaus still. Im Skirennsport ist die Witterung generell von hoher Relevanz, am Lauberhorn beinhaltet sie eine spezielle, weil kaum vorhersehbare Komponente. Führt der Guggiföhn mit Böenspitzen von bis zu 200 Stundenkilometern Regie, gibt es Tage, an denen sich fast alle erdenklichen Wetterlagen registrieren lassen.

An der Absage des Abfahrtstrainings am Mittwoch traf den ältesten Wengener, wie er zuweilen genannt wird, keine Schuld. Der nächtliche Schneefall hatte auf dem untersten Drittel der Strecke die Funktion einer Decke übernommen. Worauf die im Kunstschnee steckende Feuchtigkeit wegen der isolierenden Wirkung des frischen Schnees nicht zu entweichen vermochte. Was zur Folge hatte, dass die Basisunterlage trotz Minustemperaturen nicht gefroren, die Piste deutlich zu weich war. «Ein Start war unmöglich, das wäre zu gefährlich gewesen», sagt der Berner Oberländer Thomas Stauffer, Chef der Schweizer Skifahrer.

Das Rennprogramm mit Kombination (Freitag), Abfahrt (Samstag) und Slalom (Sonntag) lässt sich nur durchziehen, wenn der heutige, auf 11.45 Uhr angesetzte Trainingslauf stattfinden kann. Andernfalls droht der Kombination die Streichung. Das wäre insofern bitter, als die Organisatoren bereits improvisieren mussten, um die Durchführung des Zweiteilers überhaupt in Betracht zu ziehen. Der ungemein steile Slalomhang liess sich wegen des späten Wintereinbruchs nicht mehr präparieren, die Stangen werden deshalb auf dem re­lativ flachen Schlussteil der Abfahrtsstrecke gesetzt. Weil es im Zielbereich weder eine Gondelbahn noch einen Sessellift gibt, welcher die Athleten nach der ­Abfahrt zum improvisierten, auf der Höhe des Silberhornsprungs situierten Slalomstart bringen könnte, werden diese per Helikopter nach oben geflogen.

Liegt Hinteregger richtig, wird heute trainiert; die klare Nacht mit Temperaturen von minus 6 bis minus 8 Grad dürfte für eine kompakte Piste gesorgt haben. Was die Prognosen über den Donnerstag hinaus betrifft, herrscht verhaltene Zuversicht. Aktionen wie die letztjährige, als der Slalom vorgezogen und die Abfahrt auf Sonntag verschoben wurde, sind jedenfalls keine geplant. Bleibt zu hoffen, dass sich der Guggiföhn nicht einmischt.

mjs/BZ

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