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«Über den Sturz zu sinnieren, bringt nichts»

Nils Mani aus Schwenden beendet die Saison unglücklich. Er verletzte sich mehrfach und muss nun ein halbes Jahr pausieren.

Auf einem Bein ins Ziel: Nils Mani im norwegischen Kvjetfiell.
Auf einem Bein ins Ziel: Nils Mani im norwegischen Kvjetfiell.
Keystone

Bei der letzten Zwischenzeit auf Platz 19, hätte es beim Abfahrtsrennen im norwegischen Kvjetfiell durchaus noch zu Weltcuppunkten reichen können. Doch die unruhige Piste meinte es nicht gut mit dem Diemtigtaler: «Ich fuhr von der Sonne in den Schatten und bin von Schlägen überrascht worden», sagte der 25-jährige Nils Mani am Dienstag dazu, kurz nachdem er sich an der Universitätsklinik Balgrist hatte untersuchen lassen.

Die Untersuchungen hätten ergeben, dass er sich am rechten Knie das vordere Kreuzband gerissen habe. «Und auch der innere Meniskus sei verletzt und müsse angenäht werden», erklärte Mani.

Was war passiert? Beim Super-G im hohen Norden rutschte Mani in einer Kurve aus, prallte gegen die Abschrankung und stürzte den Abhang hinunter. «Ich überschlug mich mehrmals und verdrehte so das Knie.» Denn ein Ski ging sofort auf, der andere nicht.

Nach dem Sturz blieb Mani kurz benommen liegen, raffte sich auf und fuhr – ganz Kämpfernatur – auf einem Ski ins Ziel. Kämpfen will er auch die nächsten Monate. «Die Ärzte sagten mir, ich müsse mindestens sechs Monate pausieren.» Bisher seien seine Knie von Verletzungen verschont geblieben.

«Ich hoffe, dass ich im Sommer einen guten Aufbau machen und dann Mitte oder Ende September wieder auf den Skiern stehen kann.» Möglicherweise wird er schon heute operiert. «Über den Sturz sinnieren bringt nichts, ich muss vorwärtsschauen.» Nach seinem Ausscheiden habe er zahlreiche Nachrichten von Familie, Freunden und Teamkollegen erhalten: «Das macht Mut.»

Durchzogene Saison

Die Bilanz von Nils Mani in dieser Saison ist ernüchternd: Bei 10 Speedrennen schauten gerade einmal 3 Weltcuppunkte heraus.

Wenn man die Kombinationen ausnimmt, ist der 28. Platz in Gröden sein einziges zählbares Ergebnis. «Ich hatte in jeder Abfahrt gute Abschnittszeiten, aber eben auch solche, in denen ich weit hinterherfuhr», sagte er. Konstanz fehlte dem Diemtigtaler in dieser Saison. Der Schweizer Cheftrainer Tom Stauffer sagte, Mani sei unter seinen respektive den eigenen Erwartungen geblieben.

In diesem Winter haben Mani zudem Verletzungen das Leben schwergemacht: Rücken, Schienbein. Ob die derzeitige Verletzung Konsequenzen haben wird oder er bei Swiss-Ski gar den Kaderstatus zu verlieren droht, ist derzeit Kaffeesatzleserei: «Wichtig ist jetzt, dass die Operation gut verläuft, ebenso die Reha und ich bald einmal wieder auf den Skiern stehen kann.»

Um im B-Kader zu bleiben, muss er entweder eine Klassierung in den besten 20 in einer Europacup-Disziplinenwertung erreichen oder mindestens Rang 45 in der Weltcupstartliste. Alternativ mit einem Top-70-Platz im FIS-Punkteranking in einer Sparte abschneiden. Letzteres dürfte Mani in der Abfahrt sicher erreichen.

Fanclub steht hinter Mani

Jürg Mani, Onkel und Götti von Nils Mani, ist gleichzeitig auch Präsident des Fanclubs: «Wir haben immer etwa Kontakt über Whatsapp oder SMS.» Das Rennen habe er live geschaut.

«Nils Mani hat mir nach dem Rennen gesagt, es sei nicht so schlimm, aber ich dachte gleich, das gefällt mir nicht.» Nils Mani empfinde Schmerzen anders als andere Menschen, und deshalb sei er noch selbstständig ins Ziel gefahren. «Das ist Skirennsport, man weiss, was alles passieren kann.»

Als er das Rennen geschaut habe, habe er gedacht: «Heute gibt es ein gutes Resultat, einen 18. und 19. Rang herauszufahren, wäre toll ge­wesen». Doch es sei anders gekommen: «Können ist das eine, ein bisschen Glück haben das andere», sagt Jürg Mani.

Es hätte ebenso gut reichen können. Wenn Nils Mani freihabe, helfe er ihm auf dem Bauernbetrieb aus, «hier kann er abschalten, da analysieren wir nicht ständig seine Resultate». Der Fanclub unterstütze Mani, indem er im Berghaus ­Nüegg auf dem Wiriehorn im Diemtigtal einen Fanshop eingerichtet habe.

«Wir stehen hinter ihm, auch wenn es einmal nicht so läuft.» Jetzt tagt bald der Vorstand des Fanclubs, «Ende Mai, Anfang Juni folgt die Hauptversammlung, bei der auch Mani anwesend sein wird». Die Fans schätzten den direkten Kontakt zum bodenständigen Skirennfahrer.

Jürg Mani bleibt optimistisch: «Beim letzten Gespräch hat Nils schon von der Operation und der Rehabilitation erzählt.» Er habe schon wieder ein Ziel vor Augen, bleibe für die nächste Saison motiviert und optimistisch. «Das ist wichtig für ihn.»

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