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Nur die Königin ist schneller als Gut-Behrami

Die Schweizerinnen zeigen im Heimrennen von St. Moritz eine starke Leistung. Aber eine ist unschlagbar: Mikaela Shiffrin.

Sie setzt die erste Duftmarke am Samstagvormittag: Tina Weirather. Die Liechtensteinerin nimmt Wendy Holdener über eine Sekunde ab. Eine Kampfansage, die für Weirather eine Spitzenklassierung verspricht.
Sie setzt die erste Duftmarke am Samstagvormittag: Tina Weirather. Die Liechtensteinerin nimmt Wendy Holdener über eine Sekunde ab. Eine Kampfansage, die für Weirather eine Spitzenklassierung verspricht.
AP Photo/Giovanni Auletta
Allzu lange darf es sich Weirather dann doch nicht auf dem Leadersitz gemütlich machen. Denn Lara Gut-Behrami zeigt ihre mit Abstand beste Fahrt der Saison und krallt sich die Liechtensteinerin dank einem ganz starken Schlussabschnitt.
Allzu lange darf es sich Weirather dann doch nicht auf dem Leadersitz gemütlich machen. Denn Lara Gut-Behrami zeigt ihre mit Abstand beste Fahrt der Saison und krallt sich die Liechtensteinerin dank einem ganz starken Schlussabschnitt.
Jean-Christophe Bott, Keystone
Einen enttäuschenden Tag erlebt hingegen die Vorjahressiegerin. Jasmine Flury klassiert sich in einem Rennen, aus dem viele Fahrerinnen ausscheiden, auf Platz 36. Langsamer als sie sind nur drei weitere Fahrerinnen.
Einen enttäuschenden Tag erlebt hingegen die Vorjahressiegerin. Jasmine Flury klassiert sich in einem Rennen, aus dem viele Fahrerinnen ausscheiden, auf Platz 36. Langsamer als sie sind nur drei weitere Fahrerinnen.
Gian Ehrenzeller
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Fast elf Jahre ist es her, dass Lara Gut ihr Debüt im Weltcup gab. Seither ein besonderer Ort war gerade auch St. Moritz, «wo ich schon alles erlebt habe, von Siegen bis zu furchtbaren Rennen», so die Tessinerin, die im Engadiner Ort im Weltcup sowohl ihre erste Top-3-Platzierung (im Februar 2008) als auch den ersten Sieg (Dezember 2008) schaffte. Im Februar 2017 allerdings erlitt sie an den Heim-Weltmeisterschaften und nur wenige Tage nach dem Gewinn von Super-G-Bronze eine schwere Knieverletzung. Vor Jahresfrist schliesslich, als Jasmine Flury vor Michelle Gisin und Tina Weirather triumphiert hatte, stürzte Gut-Behrami im Super-G schon im oberen Streckenteil.

Am Samstag verpasste die Gesamtweltcupsiegerin von 2016 ihren Jubiläumssieg im Weltcup, den 25., nur um 0,28 Sekunden. «Leider hat es nicht zum Sieg gereicht. Aber ich fuhr schnell Ski und hatte Spass», so Gut-Behrami. Sie sei in den ersten drei, «also muss man auch mal zufrieden sein. Ausserdem ist es mein erstes Podest, nachdem der Saisonauftakt ja nicht gerade ideal lief.» Ihre letzte Podestklassierung im Weltcup datierte zuvor von Ende Januar, als sie den Super-G in Cortina gewonnen hatte. Gut-Behramis nächster Einsatz wird in gut einer Woche in Val Gardena sein, das als Ersatzort für Val d'Isère einsprang. «Den in St. Moritz gefundenen Schwung gilt es nach Italien mitzunehmen. Ich freue mich sehr auf eine für uns Frauen neue Piste.»

Die Zieleinfahrt von Lara Gut-Behrami

Video: SRF

Auch Gisin und Hählen in den Top 7

Neben Gut-Behrami überzeugten auf der WM-Piste von 2017 auch viele weitere Schweizerinnen. Die Vorjahres-Zweite Michelle Gisin klassierte sich im 5. Rang. «Ein noch besseres Resultat habe ich im oberen Teil vergeben, wo ich etwas zu viel Tempo herausgenommen habe. Aber ich bin in Kontakt mit den Besten und deshalb zufrieden», befand die Obwaldnerin, die entgegen ihren ursprünglichen Absichten am Sonntag in St. Moritz auch den Parallelslalom bestreitet.

Trotz ihres im Frühling erlittenen Kreuzbandrisses im linken Knie, den sie aber nicht operativ beheben liess, gelang Joana Hählen ein starker Saisonauftakt. Nach einem 8. und 12. Rang in den Abfahrten von Lake Louise erreichte die Bernerin im Engadin mit dem 7. Platz gar ihr zweitbestes Weltcup-Ergebnis. Auch die Selektionskriterien für die WM im Februar in Are hat Hählen damit bereits in beiden Speed-Disziplinen erfüllt. Wendy Holdener als Elfte sowie die drittklassierte Liechtensteinerin Tina Weirather, die mit den Schweizerinnen eine Trainingsgemeinschaft bildet, rundeten die geschlossene Teamleistung ab.

47. Weltcupsieg von Shiffrin

Nur sechs Tage nach ihrem ersten Sieg in einem Weltcup-Super-G in Lake Louise liess Mikaela Shiffrin in St. Moritz bereits den zweiten folgen. «Ich versuchte zu vergessen, dass ich schon letzten Sonntag gewonnen hatte. Ich wollte einfach nur gut Ski fahren. Das ist mir gelungen», sagte die bereits 47-fache Weltcupsiegerin. Shiffrin hat als eine von sieben Fahrerinnen in allen fünf alpinen Kerndisziplinen gewonnen. Auch die grosse Kristallkugel sowie Olympia- und WM-Gold nennt sie schon ihr Eigen. In dieser Saison laufe es ihr bislang ganz nach Wunsch, so die 23-Jährige, «egal ob ich Slalom, Abfahrt, Riesenslalom oder eben Super-G fahre. Im Moment kann ich es wirklich geniessen.»

Am Sonntag steht in St. Moritz ein Parallelslalom auf dem Programm. Die Qualifikation beginnt um 10.30 Uhr, das eigentliche Rennen um 13.30 Uhr.

Weltcup-Super-G der Frauen in St. Moritz

Schlussklassement: 1. Mikaela Shiffrin (USA) 1:11,30. 2. Lara Gut-Behrami (SUI) 0,28 zurück. 3. Tina Weirather (LIE) 0,42. 4. Ragnhild Mowinckel (NOR) 0,67. 5. Michelle Gisin (SUI) 0,76. 6. Marie-Michelle Gagnon (CAN) 1,52. 7. Joana Hählen (SUI) 1,55. 8. Viktoria Rebensburg (GER) 1,58. 9. Nicole Schmidhofer (AUT) 1,74. 10. Stephanie Venier (AUT) 1,76. 11. Wendy Holdener (SUI) 1,85. – Weitere Schweizerinnen: 17. Corinne Suter 2,03. 19. Jasmina Suter 2,16. 22. Priska Nufer 2,34. 32. Rahel Kopp 2,88. 36. Jasmine Flury 3,07. – Ausgeschieden u.a.: Federica Brignone (ITA), Anna Veith (AUT), Ramona Siebenhofer (AUT) und Nadia Fanchini (ITA).

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