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Podladtchikov meldet sich zurück

Die Schweizer Halfpipe-Snowboarder verpassen am Heim-Weltcup in Laax einen Podestplatz. Titelverteidiger Iouri Podladtchikov findet im Nachtfinal als Sechster seinen Frieden.

Zeigt in Laax einen starken zweiten Run: Iouri Podladtchikov muss beim letzten Sprung allerdings in den Schnee greifen und sich mit Rang 6 begnügen. <i>(Video: SRF)</i>

Als Podladtchikov seinen ersten Run im Final nach unten gebracht hatte, reckte er sofort seine Arme in die Luft. So explosiv, als hätte er soeben den Sieges-Run an seinem Heimweltcup gezeigt. Dann setzte der Zürcher zu einem Schrei an. Sein Jubel wirkte so ausgelassen, als wollte er damit die bösen Geister, die ihn in den vergangenen Monaten heimgesucht hatten vertreiben, und alles weglächeln, was seit März 2017 falsch gelaufen war.

Podladtchikov kümmerte es nicht, dass er den ersten Run «nur» mit dem fünftbesten Skore (82,00 Punkte) absolviert hatte, und auch nicht, dass er nach einem Sturz im letzten Sprung des zweiten Runs den Wettkampf als Sechster und damit direkt vor seinen Teamkollegen Jan Scherrer (80,00) und Pat Burgener (77,75) abschloss.

«Das Laax Open war ein Aufbau-Wettkampf für mich. Ich habe hier heute viele kleine Ziele erreicht», sagte der Zürcher im Zielhang in die Kameras. Vor allem wird der beste Schweizer Halfpipe-Snowboarder hoffen, in Laax ein Ende hinter seine lange Leidenszeit gesetzt zu haben. Diese hatte ihren Anfang an den Weltmeisterschaften in der Sierra Nevada mit einem Kreuzband-Riss genommen. Es folgte Anfang 2018 der folgenschwere Sturz an den X-Games, aufgrund dessen Podladtchikov, der Olympiasieger 2014, nicht an den Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen konnte, ein falsch diagnostizierter Magentumor und ein weiterer Sturz bei Podladtchikovs Weltcup-Comeback im Dezember.

Kampfansage an die Konkurrenz

Podladtchikov ist der 6. Platz im gut besetzten Heim-Event hoch anzurechnen. Keine Woche ist er seit dem Sturz am 21. Dezember im Schnee gestanden, dabei würde es rund fünf brauchen, um wieder voll zur Form zu finden. Entsprechend verzichtete der 30-Jährige in der grössten Halfpipe der Welt auf Höchstschwierigkeiten, anders etwa als der souveräne Laax-Sieger Scotty James (95,75), der Zweitplatzierte Yuto Totsuka (92,00) aus Japan oder der drittklassierte Amerikaner Jake Pates (85,50). «Ich habe noch etliche Tricks, die ich in meinen Run packen kann. Diesen schenke ich im Hinblick auf die X-Games meine volle Aufmerksamkeit», richtete der Schweizer eine kleine Kampfansage an die Konkurrenz.

Kann sich mit Rang 6 im Halfpipe-Nachtfinal in Laax anfreunden: Iouri Podladtchikov verpasst zwar die Titelverteidigung, hat aber viele kleine Ziele erreicht
Kann sich mit Rang 6 im Halfpipe-Nachtfinal in Laax anfreunden: Iouri Podladtchikov verpasst zwar die Titelverteidigung, hat aber viele kleine Ziele erreicht
Gian Ehrenzeller, Keystone
Der Zürcher zeigt einen starken 2. Run, bringt allerdings den letzten Sprung nicht sauber zu Ende und erhält 82,00 Punkte.
Der Zürcher zeigt einen starken 2. Run, bringt allerdings den letzten Sprung nicht sauber zu Ende und erhält 82,00 Punkte.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Die Schweizerin Verena Rohrer (Archivbild) verpasst mit 75,25 Punkten den Final als Achte nur knapp.
Die Schweizerin Verena Rohrer (Archivbild) verpasst mit 75,25 Punkten den Final als Achte nur knapp.
Ng Han Guan, Keystone
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Während Podladtchikov sich mit seinem 6. Rang versöhnlich gab, konnten Scherrer und Burgener eine leise Enttäuschung nicht verbergen. Beide hatten nach Stürzen im ersten Lauf im zweiten Durchgang saubere Sprünge gezeigt, und beide hatten sich für diese von der Jury ein besseres Skore erhofft.

18-Jährige fliegt obenaus

Der Halfpipe-Wettkampf der Frauen wurde von der amerikanischen Olympiasiegerin Chloe Kim dominiert. Die 18-Jährige flog im Nachtfinal in einer anderen Liga. Ihre 89,00 Punkte aus dem ersten Run hätten bereits zum Sieg gereicht, dennoch legte sie im zweiten Versuch mit 93,75 Punkten noch eine Schippe drauf.

Hinter Kim sicherte sich die Spanierin Queralt Casstelet (80,50), die es als einzige Europäerin in den Final geschafft hatte, Rang 2, Dritte wurde Kims Landsfrau Arielle Gold (77,25). Schweizerinnen waren m Final der Top 6 keine am Start. Verena Rohrer (75,25) verpasste diesen als Achte nur knapp.

SDA/ddu

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