Mani: «Es tut mir nichts weh»

Aus helvetischer Perspektive steht die Abfahrt im Val Gardena im Zeichen von Nils Mani. Der 24-Jährige aus Schwenden im Diemtigtal fährt mit Startnummer 56 auf den neunten Platz – und findet für seinen Exploit eine einfache Erklärung.

Nils Mani sorgte in Val Gardena für positive Schlagzeilen.

Nils Mani sorgte in Val Gardena für positive Schlagzeilen.

(Bild: zvg)

Kollektives Aufatmen in Österreich: Max Franz triumphiert in der Abfahrt im Val Gardena, zieht mit Startnummer 26 am vermeintlichen Tagessieger Aksel Lund Svindal vorbei und beschert der führenden Ski­nation den ersten Abfahrtssieg seit 651 Tagen. Beat Feuz, im März in St. Moritz der letzte Schweizer Gewinner auf Weltcupebene, unterlaufen auf der Saslong wie tags zuvor im Super-G mehrere Fehler.

Auf Franz verliert der 29-jährige Emmentaler wie Teamkollege Patrick Küng 87 Hundertstel, was zwar nicht sonderlich viel ist, wegen der geringen Differenzen aber lediglich für Platz 14 reichen sollte. Als Nils Mani mit Nummer 56 im Starthaus steht, sieht es aus helvetischer Optik nach einem düsteren Teamergebnis aus.

Der Berner Oberländer startet verhalten, vermag sich jedoch zu steigern und reiht sich überraschend als Neunter ein. Auf den drittklassierten Val-Gardena-Spezialisten Steven Nyman (USA) verliert der 24-Jährige, welcher in den letzten zwei Wintern mit Rückenbeschwerden und einer Schuhrandprellung kämpfte, nicht einmal drei Zehntel.

Für den Junioren-Weltmeister 2013 aus Schwenden im Diemtigtal handelt es sich um das mit Abstand beste Weltcupergebnis. Zuvor stand er mit dem in der Kombination von Kitzbühel realisierten zwanzigsten Platz als Spitzenwert da.

Mani, der von der Schweizer Skifirma Stöckli ausgestattet wird und das Konditions­training grossteils im Fitnesszentrum seines Jugendfreundes Kilian Wenger absolviert, ist ein ebenso bescheidener wie ruhiger Zeitgenosse, wie sich im Gespräch offenbart.

Rang 9 in der Abfahrt von Val Gardena – wie fühlt sich das an?Nils Mani: Die Freude ist auch am Tag danach noch riesig. Ich hatte schon gewusst, dass ich gut drauf bin. Aber mit einem Top-Ten-Platz durfte ich nicht rechnen.

Was empfanden Sie, als Sie im Ziel auf die Anzeigetafel schauten? Am Anfang nicht viel. Ich musste zwei- oder gar dreimal hinschauen, um mir sicher zu sein, dass da wirklich eine einstellige Zahl stand. Ich brauchte dann auch ein paar Minuten, ehe ich realisiert habe, was ich geschafft hatte.

Warum ist es Ihnen ausge­rechnet an diesem Tag auf der Saslong so gut gelaufen? Auf der Saslong hat es viele Sprünge, das kommt mir entgegen. Aber der Hauptgrund ist vermutlich ein anderer.

«Es fällt alles leichter, wenn es nirgendwo zieht oder drückt.»

Woran denken Sie? Es tut mir nichts weh; das ist in den letzten Jahren nicht so oft der Fall gewesen. Es fällt alles leichter, wenn es nirgendwo zieht oder drückt. Ich hatte bereits im Herbst gemerkt, dass ich «zwäg» bin. Wir haben Weltklassefahrer im Team. Wenn du intern dabei bist, ist es ein gutes Zeichen.

Den Weltklassefahrern zum Trotz: Noch fehlt dem Schweizer Männerteam ein Podestplatz. Wirkt sich dieser Fakt auf die Stimmung im Team aus? Nein, nein, die Stimmung ist gut. Ich denke, bei uns weiss jeder, wo er steht und warum es vielleicht noch nicht ganz so gut gepasst hat.

Dank des neunten Platzes haben Sie die Hälfte der WM-Norm erfüllt. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an St. Moritz denken? Das fragt mich im Moment jeder, aber ich habe eigentlich noch gar nie an St. Moritz gedacht. Die WM war für mich weit weg und ist es immer noch. Klar, wäre es schön, dort mitfahren zu dürfen. Aber es brächte mir nichts, wenn ich mich nun damit befassen würde.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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