Lars Rösti ist schnell unterwegs

Acht Podestplätze in den FIS-Rennen, in den Europacuprennen Punkte geholt: Der Speedspezialist Lars Rösti aus St. Stephan fährt stark.

Der Nachwuchsfahrer Lars Rösti aus St. Stephan kann bereits acht Podestplätze bei FIS-Rennen vorweisen.
Peter Berger@PeterBerger67

Heute feiert Lars Rösti seinen 20. Geburtstag. Einen Wunsch habe er nicht: «Ich bin zufrieden. Eine Party wird es nicht geben.» Der Satz sagt viel aus über den Berner Oberländer aus St. Stephan. Bodenständig und be­scheiden ist er.Das gilt nicht unbedingt für die Laufbahn als Skirennfahrer. Mit zwei Jahren ist er erstmals auf den Brettern gestanden.

Auf diesen Winter hin schaffte er den Sprung ins C-Kader und gleich in die von Franz Heinzer trainierte Europacup-Speedgruppe von Swiss-Ski. Die erste Saison als Kadermitglied des nationalen Verbandes begann er stark. Bereits im November gewann er in Tignes den FIS-Super-G. Sieben weitere Podestplätze sind seither dazugekommen. Vor gut einer Woche realisierte er als 13. in der Abfahrt von Saalbach auch sein bestes Resultat im Europacup.

Vier Kilo Muskeln zugelegt

«Bis jetzt läuft es sehr gut», sagt Rösti. Doch von nichts kommt nichts. Im Sommer hat er seine Ausbildung zum Schreiner ab­geschlossen. Seither ist er quasi Profi. Während sieben Wochen schwitzte er in der Vorbereitung in Magglingen. «Vier Kilo Muskelmasse sind dazugekommen», sagt der 90-Kilo-Brocken. Intensität und Umfang des Trainings hätten unter der Leitung von Swiss-Ski zugenommen, erzählt Rösti.

«Ich habe zwar noch eine Teilzeitanstellung in einer Schreinerei, aber im Winter war ich noch nie dort.» Wie sollte er auch. Momentan reicht die Zeit knapp, um zu Hause den Koffer neu zu packen («das Waschen erledigt zum Glück meine Mutter»), bevor es ans nächste Rennen geht. «Das ist zwar nicht immer angenehm, aber man gewöhnt sich daran», sagt Rösti über die Reisestrapazen.

Lieber wenig Kurven

Oft erfährt er kurzfristig, welches die nächste Destination ist. Anfang Woche ging er noch davon aus, dass er ins französische Méribel muss. Wegen der Wetterkapriolen befindet er sich nun aber aktuell in Santa Caterina in Italien. Nach vier Trainings­tagen geht es weiter nach Cortina d’Ampezzo, wo am Montag und am Dienstag die nächsten Rennen anstehen. Vorwiegend fährt er Abfahrt und Super-G. «Ich war nie ein leidenschaftlicher Slalomfahrer. Ich mag, wenn es schnell geht und Sprünge hat.» Das sei schon früher so gewesen. Die Bezeichnungen «Draufgänger» und «Pistenrowdy» seien für ihn nicht falsch, meint er mit einem Grinsen.

Skifahren statt Fussball

Im schulpflichtigen Alter hat Lars Rösti bis in die Oberstufe auch Fussball gespielt. Er gehörte während mehrerer Jahre sogar einer regionalen BEO-Auswahl an. «Da musste ich aber jeweils nach Spiez ins Training. Ski fahren konnte ich direkt vor der Haustüre», begründet er seine Wahl.

Das Skifahren hat er von Vater Hermann Rösti, der früher ebenfalls FIS- und Europacuprennen bestritten hat. «Aber Lars ist besser als ich», sagt der Vater stolz. Der Junior hat sich zum Ziel gesetzt, «in den Europacuprennen konstant in die Punkteränge zu fahren». Einen Höhepunkt der Saison sollen auch die Junioren-Weltmeisterschaften in Davos werden (29. 1.–8. 2.). Rösti ist aktueller U-21-Schweizer-Meister in der Abfahrt und im Super-G.

Fernziel bildet wie für fast alle Nachwuchsfahrer auch für Rösti die Teilnahme am Weltcup. Der Oberländer sagt, er möchte «einmal vorn an der Weltspitze dabei sein». Am vergangenen Wochenende hat er den Lauberhorn-Sieg von Beat Feuz «natürlich verfolgt. Wenn man diese Bilder von ihm zusammen mit dem grossen Publikumsaufmarsch und dem schönen Panorama sieht, ist das schon sehr eindrücklich.» So weit wie Feuz ist Rösti noch lange nicht. Aber der Weg stimmt. «Bisher bin ich jedes Jahr besser geworden.» Und heute auch ein Jahr älter.

«Mich fasziniert die Kontrolle über den Ski auch bei hohen Geschwindigkeiten», schwärmt Rösti. Video: zvg/Swiss-Ski

Berner Zeitung

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