«Ich habe es vergeben»

Wendy Holdener wird wieder nur Zweite, obwohl sie nach dem ersten Lauf geführt hat. Sieben Hunderstel fehlen ihr auf Mikaela Shiffrin.

Gut gefahren, doch sieben Hunderstel zu langsam: Wendy Holdener wird Zweite.

Gut gefahren, doch sieben Hunderstel zu langsam: Wendy Holdener wird Zweite.

(Bild: Keystone)

Kann sie es? Kann sie es erstmals zeigen? Kann sie es endlich zeigen? Grosse Fragen kreisen um Wendy Holdener, als sie im zweiten Lauf aus dem Starthaus stürzt. Als Letzte. Als Führende. Noch nie hat sie einen Slalom gewonnen. Auch an der WM in Are steht sie als Letzte noch im Starthaus – und scheidet aus, weil sie riskiert.

Und auch nun beim letzten Saissonrennen will sie angreifen. «Noch einmal einen Lauf wie im ersten runterbringen», lautet ihr Ziel. 28 Hunderstel Vorsprung hat sie nach dem ersten Lauf auf Mikaela Shiffrin. Auf wen denn sonst?

Wendy Holdener vergibt den Sieg knapp. Quelle: SRF

28 Hunderstel, die so schnell weg sein können. Auch weil Shiffrin vorlegt, wie man sie kennt. Holdener greift an, verliert erst, legt dann an Vorsprung zu, doch als sie durch das Ziel schiesst, leuchtet es rot auf. Zweite. Wieder nur Zweite. Sieben Hundertstel Rückstand. Bloss Sieben.

Kein Stress wegen des ersten Sieges

Wendy Holdener lacht, als sie zum Interview mit SRF erscheint. «Ganz klar tut es ein bisschen weh, weil ich es vor dem Ziel ein bisschen vergeben habe», sagt sie. «Ich wollte Vollgas geben und bin sehr zufrieden mit dem Rennen. Es war ein sehr gutes Skifahren, das nehme ich mit.» Und dann: «Ich habe es vergeben. Das tut weh.»

Wieder Zweite, wieder hinter Shiffrin – ein Umstand, den die Schwyzerin offenbar nicht verunsichert. «Es ist nicht so, dass ich einen Stress habe wegen meines ersten Sieges. Heute war ich nahe dran», sagt die 25-Jährige.

Die zweite Schweizerin Aline Danioth scheidet wegen eines Einfädlers aus. Auch weil sie riskiert und angreift. So angriffig wie sie fuhr, analysierte sie auch ihr Ausscheiden: «Runterfahren und Letzter werden bringt nichts. Ich wollte angreifen und die Saison in den Top 10 beenden.» Nächster Versuch dann: nächste Saison.

Soldeu (AND). Weltcup-Finale. Slalom der Frauen:

1. Mikaela Shiffrin (USA) 1:48,15. 2. Wendy Holdener (SUI) 0,07 zurück. 3. Petra Vlhova (SVK) 1,20. 4. Anna Swenn Larsson (SWE) 1,58. 5. Frida Hansdotter (SWE) 1,89. 6. Bernadette Schild (AUT) 2,30. 7. Katharina Liensberger (AUT) 2,39. 8. Kristin Lysdahl (NOR) 2,43. 9. Katharina Truppe (AUT) 3,60. 10. Nastasia Noens (FRA) 4,05.

11. Lena Dürr (GER) 4,24. 12. Irene Curtoni (ITA) 6,49. 13. Laurence St-Germain (CAN) 8,15. 14. Charlotta Saefvenberg (SWE) 12,58. 15. Roni Remme (CAN) 18,88. - 15 der 16 Finalistinnen qualifiziert. Ausgeschieden: Aline Danioth (SUI).

Die besten Laufzeiten.

1. Lauf: 1. Holdener 53,14. 2. Shiffrin 0,28. 3. Vlhova 1,22. Ferner: 12. Danioth 3,19. - 22 Fahrerinnen gestartet, 16 klassiert.

2. Lauf: 1. Shiffrin 54,73. 2. Vlhova 0,26. 3. Holdener 0,35.

czu

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