Gute Perspektiven bei der Frauen-Kombination

Ilka Stuhec bestreitet die Kombination als Favoritin – die vier Schweizerinnen haben allesamt Medaillenchancen.

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Der Skisport entwickelt sich, die Kombination ist geblieben. Das ist insofern erstaunlich, als es kaum Athleten gibt, die dem Zweiteiler nachweinten, würde dieser aus dem Programm genommen. Verändert hat sich im letzten Jahrzehnt nur der Name, aus der Super-Kombination ist die alpine Kombination geworden.

Vermutlich geschah dies in Anlehnung an die nordische Kombination, vielleicht aber auch, weil «super» den Gegenpol zur Wahrnehmung der Fahrer bildet. Im Weltcup ist die Disziplin das fünfte Rad am Wagen, an der WM eine willkommene Gelegenheit, die Bilanz aufzupolieren. Das gilt nicht zuletzt für Swiss-Ski.

Im Hinblick auf die heutige Frauenkombination lässt sich aus helvetischer Optik sogar vom Rennen der besten Chancen schreiben. Gewiss, bei der Favoritin stammen nur die Skier aus der Schweiz. Ilka Stuhec, im Stöckli-Team Nachfolgerin ihrer slowenischen Landsfrau Tina Maze, gab im Abfahrts­training den Tarif bekannt.

Für noch mehr Aufsehen hatte die 26-Jährige zu Hause in Maribor gesorgt, als sie im Slalom Zehnte geworden war. Die zweite Reihe besteht ungefähr zu 50 Prozent aus Schweizerinnen.

Michelle Gisin belegte in Val d’Isère – es handelt sich um die bis anhin einzige Kombination dieses Winters – hinter Stuhec Rang 2. Im Abfahrtstraining hinterliess die Obwaldnerin ei­nen hervorragenden Eindruck. Sie sagt, sie sei «absolut ready», rechne sich viel aus, wisse aber, «dass ich auch mit nichts dastehen kann». Der letzte Teil der Aussage hängt mit ihren Slalomleistungen zusammen, liess die 23-Jährige doch im Januar die nötige Stabilität vermissen.

Wendy Holdener gewann im vergangenen Winter die Kristallkugel für die beste Kombiniererin. Festgehalten werden muss, dass die Schwyzerin vor allem in jenen Rennen punktete, die aus einem Super-G und einem Slalom bestanden. Gelinge ihr eine gute Abfahrt, habe sie Medaillenchancen, sagt die 23-Jährige. Was von Realismus zeugt, ist sie doch als schnellste Stangenakrobatin im Feld fähig, sehr viel Zeit aufzuholen.

Lara Gut hat ihren lädierten Oberschenkel einem Belastungstest unterzogen, drei Slalomläufe bestritten. «Dem Bein geht es gut, ich benötige einfach viel mehr Zeit für die Physiotherapie», hält die Tessinerin fest. Der Slalom wird von US-Trainer Chris Knight ausgeflaggt, die Amerikanerinnen schicken Lindsey Vonn und drei weitere Speedspezialistinnen ins Rennen. Was für Gut kein Nachteil sein dürfte.

Denise Feierabend ist die womöglich ausgeglichenste Kombiniererin der Gegenwart, bewegt sich aber nicht auf höchstem Niveau. Ihre Stunde könnte dann schlagen, wenn es im Slalom zu relativ vielen Ausfällen kommen sollte.

Verfolgen Sie ab 10 Uhr die Abfahrt, ab 13 Uhr den Slalom im Live-Ticker auf bernerzeitung.ch.

Berner Zeitung

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