Eine Nische besetzt

Das SX Riders Team ist zurzeit das einzige Skicross-Team für den Schweizer Nachwuchs. Im Team sind aktuell 18 Athleten aus dem Kanton Bern und der Innerschweiz.

Videoanalyse: Trainer Dominic Reber gibt David Zenger (rechts) und Marie Krista Tipps und Anweisungen.

Videoanalyse: Trainer Dominic Reber gibt David Zenger (rechts) und Marie Krista Tipps und Anweisungen.

(Bild: Markus Grunder)

Peter Berger@PeterBerger67

Die Schweiz hat im Skicross einen (zurückgetretenen) Olympiasieger Mike Schmid und zahlreiche aktuelle Weltcupsieger. Alle waren ursprünglich Alpinfahrer. «Für den Skicross ist eine alpine Technik Bedingung. Wer den Riesenslalomschwung nicht beherrscht, kann im Skicross nichts erreichen», sagt Dominic Reber. Der 24-jährige Spiezer ist Cheftrainer des SX Riders Team, eines reinen Skicross-Teams. «Wir sind die Lückenfüller, denn in der Nachwuchsförderung gibt es für Athleten unter 16 Jahren in der Schweiz überhaupt nichts.»

Vor drei Jahren wurde das Team privat mit Sponsorengeldern gegründet, ohne Unterstützung von Verbandsbeiträgen. Derzeit sind 18 Fahrer aus dem Kanton Bern und der Innerschweiz dabei. Reber sieht sein Team nicht als Konkurrenz zu den Jugendorganisationen (JO) in den Skiclubs. «Ich fuhr als Kind auch gerne durch Waldwege, über Schanzen und Wellen. Nur Slalom und Riesenslalom trainieren wurde mit der Zeit etwas eintönig. Viele Kinder zwischen 13 und 16 Jahren haben genug vom Stangentraining und wollen aufhören mit dem aktiven Skisport. Für diese sind wir eine Ergänzung. Sie sollen in der JO bleiben, aber bei uns die Möglichkeit haben, Skicross zu fahren.»

So ist Reber am Wochenende mit dem Team bei der Audi Skicross Tour und dem FIS-Rennen an der Lenk vertreten. Er amtet als Pistenchef. Dazwischen gibt er als Coach Anweisungen. Die 17-jährigen David Zenger (Faulensee) und Marie Krista (Unterseen) sind zwei seiner Athleten. «Mir fehlt es in diesem Team an nichts», sagt Krista, die im Förderprogramm für die Youth Olympic Games von 2020 in Lausanne ist. Auch Zenger bestätigt: «Wir haben einen guten Spirit im Team und einen guten Trainer.» Zenger, der die Aufnahme ins C-Kader von Swiss-Ski anstrebt, verfügt über den Leistungssportstatus am Gymnasium Interlaken. «Das erlaubt mir, am Freitag für die Rennen freizunehmen. Den verpassten Stoff muss ich selber nachholen.»

Lob von höchster Stelle

Wie Reber betont auch Didi Waldspurger die Wichtigkeit einer alpinen Grundausbildung, «aber mit mehr eingebauten Skicross-Elementen.» Der 62-jährige Thuner ist seit siebzehn Jahren in der Szene, seit zwölf Jahren amtet er als Renndirektor der Audi Skicross Tour. «Wir bauen Kurse ohne Hochgeschwindigkeitspassagen und ohne allzu hohe Sprünge. Die Sicherheit geniesst Priorität.» Dafür sind die Parcours wie an der Lenk für Gross und Klein bewältigbar. «Die Kinder sollen beides fahren, alpin und Skicross. Deshalb finde ich eine Entwicklung wie das SX Riders Team gut. Ich wünschte mir auch von den Regionalverbänden noch etwas mehr Unterstützung für den Skicross», hält Waldspurger fest.

BOSV mit Juniorenteam

Chef Skicross beim Berner Oberländischen Skiverband (BOSV) ist Andreas Steffen. «Wir führen erst im Juniorenbereich ab 16 Jahren ein Skicross-Team», erklärt er. Für den 43-Jährigen aus Saanen ist klar: «Skicross ist eigentlich eine Alpindisziplin. Ich bin überzeugt, dass jeder zweite Alpinfahrer auch ein guter Skicrosser wäre.» Das SX Riders Team sieht auch er nicht als Konkurrenz. So wechselte etwa der 18-jährige Meiringer Noah Lubasch vom Riders zum BOSV-Team. «Wir haben keine Partnerschaft mit dem Riders Team», sagt der ehemalige Weltcupfahrer Steffen. «Aber letztlich verfolgen wir alle das gleiche Ziel: Wir wollen unseren geliebten Sport weiterbringen.»

Berner Zeitung

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