Droht Russland doch der Ausschluss von Olympia?

Womöglich wird das IOC Russland wider Erwarten von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang ausschliessen – ausschliessen müssen. Offenbar ist eine Datenbank voller Beweise aufgetaucht.

Was läuft da zwischen IOC-Präsident Thomas Bach und Vladimir Putin?

Was läuft da zwischen IOC-Präsident Thomas Bach und Vladimir Putin?

(Bild: Keystone)

Die Spanne der Bezeichnungen reicht vom Zweckbündnis bis zur Männerfreundschaft. Als gesichert gilt, dass es zwischen IOC-Präsident Thomas Bach und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Verbindung gibt, welche die Verbannung des russischen Olympischen Komitees von den Spielen bis dato verhindert hat. Stets findet der Deutsche einen Weg, den Ausschluss des Riesenstaats zu verhindern, obwohl die Existenz des staatlichen Dopingsystems aus neutraler Optik unbestritten ist.

Dabei helfen ihm die Verflechtungen zwischen dem IOC und der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Deren Präsident Craig Reedie wird von Szenekennern zuweilen als Marionette von Bach betitelt. Wobei die Ver­gangenheit des Iren nicht dazu beiträgt, den Beschrieb zu entkräften, war Reedie früher doch als IOC-Vizepräsident tätig. In andern Worten: Die Wada ist weit davon entfernt, den Kampf gegen Doping unabhängig zu führen.

Nun finden sich Anzeichen für eine Wende, plötzlich scheint der Ausschluss Russlands von den Winterspielen in Südkorea vorstellbar. Hajo Seppelt, der erstklassig vernetzte Dopingexperte der ARD, sagte in der Sendung «Sport am Sonntag», die Wada werde die russische Anti-Doping-Agentur am Mittwoch mit hoher Wahrscheinlichkeit für «nicht regelkonform» erklären. Offenbar ist eine Datenbank aufgetaucht, welcher die Verfehlungen des Moskauer Anti-Doping-Labors in den Jahren 2012 bis 2015 zu entnehmen sind.

Ist dies der Fall, könnte die Beweislast Bach und Konsorten zu einem Strategiewechsel zwingen; es müsste von Tausenden betroffenen Sportlern ausgegangen werden. Woher die Datenbank kommt, ist ungewiss. Spekuliert wird, dass Grigori Rodschenkow mit der Sache zu tun hat. Der Überläufer, welcher sich als Mastermind des russischen Dopingsystems bezeichnet, lebt aus Angst vor einem Vergeltungsakt an einem geheimen Ort in den USA.

Berner Zeitung

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