Der Alleinunterhalter

An der Junioren-WM in Davos scheint Marco Odermatt mit der Konkurrenz zu spielen. Vor dem heutigen Riesenslalom, seiner Paradedisziplin, hat der Nidwaldner schon viermal Gold gewonnen.

Unter anderem die Alpine Kombination hat Marco Odermatt in Davos für sich entschieden.

Unter anderem die Alpine Kombination hat Marco Odermatt in Davos für sich entschieden.

(Bild: Keystone Manuel Lopez)

Langsam, aber sicher wird der Schmuck schwer, den Marco Odermatt um den Hals trägt. Wer ihm gegenübersteht, droht vor lauter Gold geblendet zu werden. An der Junioren-WM in Davos siegte der Nidwaldner in der Abfahrt. Dann im Super-G. Auch im Teambewerb. Und am Sonntag in der Kombination.

Odermatt ist Alleinunterhalter im Bündnerland, was zumindest Tom Stauffer nur bedingt überrascht. Der Cheftrainer der Schweizer Männermannschaft nennt Odermatt ein Juwel, welches im Riesenslalomtraining dann und wann gar Justin Murisier hinter sich lasse. Der Teamleader seinerseits bezeichnet Odermatt als riesiges Talent. «Marco ist viel weiter als die meisten Fahrer in seinem Alter. Ihm stehen viele Türen offen.»

Wie Feuz vor elf Jahren

Odermatt ist ein lockerer Typ, in seinem Wesen erinnert er an einen Freestyler. 20 ist er erst, das Weltcupdebüt aber liegt schon zwei Jahre zurück. Zweimal holte er in der Saison 2016/2017 mit hohen Startnummern Punkte im Riesenslalom. Ein Meniskusschaden sollte ihn bremsen und ihn die Teilnahme an der WM in St. Moritz kosten.

Die Qualifikation für Olympia verpasste Odermatt, und doch hat er einen Schritt vorwärtsgemacht, die Ränge 1, 2, 3 und 4 in den letzten Europacuprennen sind Beleg hierfür. Er spricht vom Phänomen des Skisports, wonach die Gründe für gute wie schlechte Phasen zuweilen sehr schwierig zu eruieren seien. «Ich weiss, dass auch wieder schwierigere Zeiten kommen werden.»

Für den Weltcupfinal Mitte März in Åre ist Odermatt als Juniorenweltmeister in den schnellen Disziplinen startberechtigt. Stauffer attestiert ihm durchaus Potenzial in den Speedbewerben, wobei es anzumerken gilt, dass ein Juniorenweltmeistertitel in der Abfahrt nicht überbewertet werden sollte: Von den letzten zehn Siegern vermochte sich einzig der Slowene Bostjan Kline im Weltcup durchzusetzen.

Durchgestartet hingegen ist Beat Feuz, Goldgewinner von 2007. Der Emmentaler entschied ebenfalls Abfahrt, Super-G und Kombination für sich, den Teambewerb gab es damals noch nicht. Die Last um Odermatts Hals könnte heute schon schwerer werden: Auf dem Programm steht der Riesenslalom – seine Paradedisziplin.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...