Sion 2026 würde Kantone 174 Millionen kosten

Appell an die Solidarität: Die Walliser Regierung will die Sicherheitskosten für die Olympischen Winterspiele mit den übrigen Kantonen teilen.

Weibeln für die Olympischen Spiele: Der Präsident des Komitees Jean-Philippe Rochat spricht im Juni in Lausanne. (Archiv)

Weibeln für die Olympischen Spiele: Der Präsident des Komitees Jean-Philippe Rochat spricht im Juni in Lausanne. (Archiv) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Die Walliser Regierung sieht die finanziellen Risiken für den Kanton für die Olympischen Winterspiele 2026 begrenzt. Bei den Sicherheitskosten appelliert das Wallis an die Solidarität der anderen Kantone.

Für neue Infrastrukturen wird das Wallis maximal 60 Millionen Franken aufwenden, wie am Montag der Walliser Finanzdirektor Roberto Schmidt (CVP) vor den Medien in Sitten sagte. Zu den Hauptinvestitionen gehört die Sanierung des Freizeitzentrums in Fiesch für die Unterbringung von Athleten für 20 Millionen Franken.

303 Millionen Franken Sicherheitskosten

Auch für den Langlauf im Goms sind 12 Millionen Franken vorgesehen, der Bau des Zielstadions in Crans-Montana 30 Millionen Franken. Noch offen ist die Walliser Beteiligung an den Sicherheitskosten von insgesamt 303 Millionen Franken.

Nach Abzug des Bundesbeitrags bleiben 174 Millionen Franken zulasten der Kantone. Für diese Kosten hat der Walliser Sicherheitsdirektor Frédéric Favre (FDP) am Montag die anderen Kantone zur Solidarität aufgerufen.

Wie bei der Fussball-Europameisterschaft 2008 sollen die Kosten auf alle Kantone aufgeteilt werden und nicht nur von den fünf Kantonen Wallis, Waadt, Bern, Freiburg und Graubünden bezahlt werden, in denen die Wettkämpfe ausgetragen werden.

Abstimmung im Juni

Favre will mit den anderen Kantonen nun über einen Verteilschlüssel verhandeln. Den Walliser Stimmberechtigten soll am 10. Juni der gesamte Betrag der Kantonsbeteiligung für Infrastruktur und Sicherheit zur Abstimmung vorgelegt werden.

Kein Risiko sieht Favre bei einem allfälligen Defizit. Dieses liege juristisch bei den Unterzeichnern des Vertrages mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOK), sagte Favre. Diese Organisation für die Winterspiele 2026 sei eine private Organisation.

Keine Kostenüberschreitungen

Die Frage eines Defizites stelle sich aber nicht, weil für die Kandidatur von Sion 2026 keine grossen Infrastrukturen vorgesehen seien. Bei anderen Austragungsorten wie Sotschi in Russland sei es vor allem im Bereich Infrastruktur zu Kostenüberschreitungen gekommen. Dieses Risiko gebe es bei der Westschweizer Kandidatur nicht, hielt Favre fest.

Das Kandidaturdossier für Sion 2026 muss bis Anfang 2019 beim IOK eingereicht werden. Das Internationale Olympische Komitee wählt den Austragungsort für die Winterspiele 2026 im Oktober 2019. (chi/sda)

Erstellt: 06.11.2017, 14:32 Uhr

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