Rücktritt mit 20

Auf den Karrierehöhepunkt folgt das Karriereende: Die Stadtbernerin Alexandra Hasler, gerade noch an den Olympischen Spielen engagiert, hört auf.

Alexandra Hasler wird weiterhin Snowboard fahren; die Zeit als Spitzensportlerin aber, die ist vorüber.

Alexandra Hasler wird weiterhin Snowboard fahren; die Zeit als Spitzensportlerin aber, die ist vorüber.

(Bild: Stefan Anderegg)

Adrian Horn

Nicht schon wieder! Ende Februar steht Alexandra Hasler an den Schweizer Meisterschaften im Final, rund eine Woche nachdem die Stadtbernerin an den Olympischen Spielen in Pyeongchang an den Start ging und sich damit einen Lebenstraum erfüllte. Die Titelverteidigerin stürzt in Sedrun GR schwer und verletzt sich an der Schulter – zum dritten Mal innerhalb zweier Jahre.

Zwei Monate später erklärt die Snowboardcrosserin ihre Laufbahn für beendet. Der Rücktritt überrascht selbst Szeneangehörige; auf der Website des Inter­nationalen Skiverbandes ist die Schreibe von einem unerwarteten Karriereende. Dass die Europacup-Gesamtsiegerin von 2015 aufhört, erstaunt nicht zuletzt wegen ihres tiefen Alters: Hasler ist 20-jährig. Die vergangene Saison bestritt sie als Profi.

Platz 8 als Bestergebnis

Das Talent begründet seinen Rückzug vorab mit all den Verletzungen, die es erlitten hat. Und die Bernerin spricht von der gestiegenen Angst vor Stürzen, der Angst davor, sich wieder zu ­verletzen.

Sie werde weiterhin Snowboard fahren; die Zeit als Spitzensportlerin aber, die sei vorüber, sagt sie. Zehnmal klassierte sich Hasler im Weltcup unter den Top 15, zuletzt kurz vor den Olympischen Spielen im deutschen Feldberg. Ihre beste Rangierung datiert von Ende 2016, als sie in Südkorea Achte wurde.

Hasler spricht im Zusammenhang mit ihrer Laufbahn von einer grossartigen Lebensschule, die sie auf keinen Fall missen möchte. Eine Rückkehr schliesst sie nicht kategorisch aus, sie bezeichnet sie aber als unwahrscheinlich, zumal «es sehr schwierig werden würde, den Anschluss noch mal zu schaffen».

Vielmehr verschieben sich die Prioritäten im Leben der Stadtbernerin. Nachdem sie im Sommer 2017 das Gymnasium abgeschlossen hat, peilt sie nun ein Maschinenbaustudium in Burgdorf an. Ingenieurin zu werden, das sei ein weiterer Traum, den sie sich erfüllen möchte, erzählt sie.

Zunächst bestreitet sie ein neunmonatiges Praktikum, das sie darauf vorbereiten soll. Die Spitzensportkarriere Alexandra Haslers mag zu Ende sein; das Leben aber hat die 20-Jährige noch vor sich.

Berner Zeitung

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