Feuz: «Diese Medaille wollte ich unbedingt haben»

Weltmeister Beat Feuz äussert sich zu seiner Leistung, seinen ersten Gedanken, seiner Vorbereitung und zum Druck.

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Wer Skiweltmeister wird, absolviert nach dem Triumph einen Medienmarathon; der Nachmittag verläuft nach Protokoll. Den Schweizer Printjournalisten stand Beat Feuz während fünf Minuten zur Verfügung. Der 30-jährige Schangnauer sprach dabei unter anderem über...

...seine Gemütslage: «Ich konnte im wichtigsten Rennen der Saison meine Leistung abrufen – schöner geht es eigentlich nicht. Dabei war ich am Morgen nach der Verkürzung der Strecke nicht glücklich gewesen. Ich bin nicht der beste Starter, mir wäre der ‹Freie Fall› entgegengekommen. Dafür war meine Startnummer 13 gut, die tiefen Nummern hatten wohl einen Nachteil.»

...seine Fahrt: «Oben war fast ­jeder schneller als ich, aber damit musste ich rechnen. Der Mittelteil war richtig stark, so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Unten raus bin ich dann korrekt gefahren.»

...die ungewohnt guten Trainingsergebnisse: «Ich habe bewusst weniger taktiert als sonst. Ich wollte vor dem Rennen das Gefühl haben, zu den Favoriten zu gehören, weil ich von mir einen Medaillengewinn erwartete. Ja, diese Medaille wollte ich unbedingt haben.»

...den Umgang mit dem Druck: «Überall hiess es, der Feuz müsse hier in der Schweiz eine Medaille gewinnen. Das musste bei mir rechts rein und links wieder raus.»

...die Bedeutung der Siege am Weltcupfinal in St. Moritz: «Es lag ein Sommer dazwischen, die Situation war anders. Aber das gute Gefühl auf der Piste kehrte bald zurück, die Erinnerung an die Siege des letzten Jahres waren plötzlich wieder präsent. Ich glaube schon, dass mir das geholfen hat.»

...die letzten Tage vor dem Rennen: «Ich schaltete im Handy den Flugzeugmodus ein und konnte mich gut entspannen. Das war Gold wert.»

«Ich schaltete im Handy den Flugzeugmodus ein. Das war Gold wert.»Beat Feuz

...den Morgen vor dem Rennen: «Ich war gut drauf, noch fast relaxter als am Samstag. Phasenweise hatte ich sogar Angst, die nötige Spannung nicht mehr rechtzeitig hinzukriegen.»

...fehlende Emotionen: «Ich bin das Rennen wie ein normales Weltcuprennen angegangen, daher fühle ich mich nun vielleicht auch wie nach einem normalen Weltcuprennen. Aber die Gefühle werden schon noch kommen.»

...die ersten Gedanken nach dem Titelgewinn: «Ich erinnerte mich daran, wo ich vor vier Jahren gewesen war – und wer mir geholfen hatte, wieder auf die Beine zu kommen: Meine Freundin kommt an erster Stelle, dann meine Eltern und auch meine Kollegen, die wichtig waren und sind, weil ich bei ihnen abschalten kann. Die Trainer und die Therapeuten gehören ebenfalls dazu. Wenn ich alle diese Leute nicht gehabt hätte, würde ich nie und nimmer hier stehen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.02.2017, 08:27 Uhr

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