Die Wetterkapriolen am Lauberhorn

Die Lauberhornabfahrt musste am Wochenende erstmals seit 2004 abgesagt werden. Immer wieder wird der Klassiker von Wetterkapriolen beeinträchtigt, wie ein Blick zurück zeigt.

Zuviel Schnee: 2004 kann nur der Slalom ausgetragen werden.

Zuviel Schnee: 2004 kann nur der Slalom ausgetragen werden. Bild: Andreas Blatter

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2004: Schnee, Regen, Nebel und wieder Schnee – so präsentiert sich das Wetter in den Tagen vor den Lauberhornrennen. Die Abfahrt muss zum 13. Mal ab­gesagt werden. Sie wird in Garmisch-Partenkirchen nach­geholt, Didier Cuche siegt. Ein Triumph am Lauberhorn wird ihm dagegen verwehrt bleiben.

2005: Postkartenwetter und gute Pisten, alles passt zum 75-Jahr-Jubiläum. Erstmals wird in Wengen eine Kombination ausgetragen, es reüssiert Benjamin Raich.

2006: Überglücklich sei er, hält OK-Präsident Viktor Gertsch am Sonntagabend fest. Das Wet­ter? Traumhaft!

2007: «So schlimm war es in der Vorbereitung noch nie», sagt Urs Näpflin, der zum siebten Mal als Rennleiter tätig ist und den langjährigen Patron Gertsch sieben Jahre später ablösen wird. Drei Tage vor der Abfahrt regnet es im Startbereich, auf 2315 Metern über Meer. In der Nacht sinkt das Thermometer nicht unter sechs Grad, die Pisten sind entsprechend weich. Die Folge: Der Slalom wird gestrichen, weil die Unterlage zwei Läufe nicht zulässt. Der Oberländer Martin Rufener, bis 2011 Schweizer Cheftrainer, spricht von einem «toten Hang».

2008: Die Organisatoren entscheiden aufgrund der Wetterprognosen frühzeitig, das Programm umzustellen, die Abfahrt am Sonntag und den Slalom am Samstag auszutragen. Sie liegen damit richtig: In der Nacht auf Samstag fallen in Wengen 40 cm Neuschnee. Dafür scheint während der Lauberhornabfahrt die Sonne.

2009: Das Wetter stimmt, die Pisten sind erstklassig. Entsprechend zufrieden zeigt sich Rennleiter Näpflin: «Es war perfekt.» Zu den Bedingungen passt der Auftritt der Gastgeber: Didier Défago entscheidet den Abfahrtsklassiker als erster Schweizer seit Bruno Kernen 2003 für sich.

2010: Erneut passt alles zusammen – erneut triumphiert mit Carlo Janka ein Schweizer am Lauberhorn.

2011: In den Tagen vor den Rennen fällt Neuschnee, überdies steigen die Temperaturen über den Gefrierpunkt. Doch Kombination, Abfahrt und Slalom können plangemäss durchgeführt werden.

2012: Wie drei Jahre zuvor ein perfektes Wochenende in Wengen: Beat Feuz feiert bei strahlendem Sonnenschein seinen grössten Sieg.

2013: Am Donnerstag sinkt das Thermometer auf minus 19 Grad, immer wieder fällt Schnee. Doch dann ändert sich das Wetter zum richtigen Zeitpunkt, weshalb das Rennprogramm nicht beeinträchtigt wird.

2014: In der Nacht auf Freitag fallen 40 cm Neuschnee, die Kombination findet entsprechend unter erschwerten Bedingungen statt. Am Samstag bläst der Guggiföhn über das Lauberhorn, zudem zieht Nebel auf. Die Abfahrt wird erst un­terhalb der Minschkante gestartet. Patrick Küng stört das nicht, er triumphiert als vierter Schweizer in den letzten sechs Jahren.

2015: Erneut schneit es stark, worauf die Organisatoren wie sieben Jahre zuvor Abfahrt und Slalom tauschen. Die Zuschauer erleben bei Sonnenschein einen spektakulären Klassiker: Fünf Schweizer klassieren sich in den Top Ten – den Sieg jedoch sichert sich der Österreicher Hannes Reichelt.

2016: Einmal mehr spielt das Wetter die Hauptrolle. Die Abfahrt beginnt wegen Nebels erst beim Kombistart, oberhalb des Hundschopfs. Zweimal muss das Rennen wegen schlechter Sicht unterbrochen werden. Weil lange Schneemangel herrschte, konnte der Slalomhang nicht rechtzeitig präpariert werden – die Stangen­akrobaten müssen sich auf dem untersten Teil der Abfahrtsstrecke messen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.01.2017, 21:30 Uhr

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