Der Name verpflichtet

Der Gstaader Sandro Hauswirth ist 16-jährig, aber bereits C-Kader-Mitglied bei Swiss-Ski. Sein Werdegang ist mit der Familien­geschichte verbunden, haben doch Vater Benz und Onkel Christian Hauswirth Weltcupkonkurrenzen bestritten.

Sandro Hauswirth.

Sandro Hauswirth. Bild: zvg

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Die Szene ist überschaubar. 22 Athleten nehmen an der Schweizer Meisterschaft der Skispringer in Kandersteg teil; die Welt- und Continentalcup-Athleten werden auf der vor knapp zwei Monaten eröffneten Lötschbergschanze von den stärksten Junioren ­herausgefordert.

Im zweiten Durchgang stösst ein 16-Jähriger dank eines 100-Meter-Flugs vom zwölften auf den achten Rang vor. Der Versuch sei «richtig gut» gewesen, sagt der Gstaader Sandro Hauswirth, welcher im Frühling im C-Kader aufgenommen wurde und seither das mit Abstand jüngste Mitglied der Skisprungfamilie von Swiss-Ski ist. Hauswirth? Gstaad? Skisprungaffinen dürfte die Kombination bekannt vorkommen.

Benz Hauswirth, Sandros Vater, gelangte zwischen 1988 und 1992 zu 22 Weltcup-Einsätzen. Bestergebnis ist ein 30. Rang, realisiert in Sapporo; Punkte gab es damals nur für die Top 15. Erfolgreicher verlief die Karriere von Benz’ älterem Bruder Christian.

In der Saison 1987/1988 beendete der heute 50-Jährige die Vierschanzentournee auf Rang 4; er nahm an den Olympischen Spielen 1984 und 1988 in Sarajevo respektive Calgary teil. Es erstaunt nicht, hält Sandro Hauswirth fest, seinen Jungfernflug als Sechsjähriger absolviert zu haben. «Bei mir ist das Skisprungfieber früh ausgebrochen.»

«Bei mir ist das Skisprungfieber früh ausgebrochen.»

Sandro Hauswirth

Training bei Künzle

Seit ein paar Monaten lebt der Teenager in Einsiedeln. Im Nationalen Leistungszentrum trainiert er unter der Obhut des Ostschweizers Martin Künzle, welcher jahrelang das Nationalteam um Simon Ammann betreute. ­Parallel dazu besucht er in Zürich eine auf die Bedürfnisse von ­Leistungssportlern ausgerichtete Handelsschule.

Was zur Folge hat, dass er sich fast nur noch in den Schulferien im Berner Oberland aufhält. Hauswirth spricht von der bestmöglichen Variante, Ausbildung und Sport unter einen Hut zu bringen.

Der Aufsteiger wirkt im Gespräch zurückhaltend, weiss jedoch genau, wohin ihn seine Flugkünste tragen sollen. Ziel sei, sich mit dem Team für die Junioren-WM in Park City zu qualifizieren, stellt er klar. Sollte dies gelingen, wäre Hauswirth am Gipfeltreffen der Jungen einer der Jüngsten.

Teilnahmeberechtigt sind Sportler bis und mit Jahrgang 1997, der Gstaader wurde im August 2000 geboren. Beginnen wird er die Saison im drittklassigen Alpencup; vorgesehen ist, in der Altjahrswoche die beiden Continentalcup-Wettkämpfe in Engelberg zu bestreiten. Die Auftritte auf der Titlisschanze betrachtet er als persönlichen Wegweiser; er hofft, sich mit guten Leistungen für weitere Einsätze auf zweithöchster Ebene aufzudrängen.

Ehe es so weit sein wird, kehrt er zu Trainingszwecken nach Kandersteg zurück. Hauswirth spricht von einer «super Anlage», weil diese im Unterschied zu jener in Einsiedeln auch für den Winterbetrieb konzipiert sei. «Dank der Eisspur können wir selbst dann gut trainieren, wenn im Ort noch kein Schnee liegt.»

Den «richtig guten» Sprung vom Sonntag wird er im Hinterkopf behalten – wahrscheinlich auch ein wenig, weil er in diesem Durchgang sogar Ammann um zwei Punkte distanzierte. Wer kann schon von sich behaupten, einmal einen vierfachen Olympiasieger hinter sich gelassen zu haben? (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.10.2016, 08:34 Uhr

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