Das spricht für einen Schweizer Lauberhorn-Triumph

Cuche vor Défago und Feuz. Für die Buchmacher wäre ein solches Lauberhorn-Ergebnis keine Überraschung. Und tatsächlich spricht viel dafür, dass am Samstag die Wiedergutmachung für Adelboden gelingt.

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Alexander Kühn@alexkuehnzh

Heute feiern die Skistars ein Wiedersehen mit der berühmten Lauberhornabfahrt. Für die Schweizer ist das erste Training zum Weltcupklassiker vom Samstag auch eine Rückkehr auf goldenen Boden. In den letzten fünf Jahren stand immer mindestens einer von ihnen auf dem Podest, Carlo Janka 2010 und Didier Défago 2009 sogar ganz oben.

Défago reiste in diesem Jahr zudem mit dem Bormio-Sieg im Gepäck an und wird bei den Wettanbietern nach Didier Cuche und knapp vor Beat Feuz am höchsten gehandelt. Der Olympiasieger, der die gesamte letzte Saison wegen eines Kreuzbandrisses verpasste, sieht denn auch Cuche, der 2011 zum dritten Mal Zweiter wurde, als einen seiner härtesten Rivalen an. Zudem hat er Bode Miller, Adrien Theaux, Johan Clarey und Vorjahressieger Klaus Kröll auf der Liste. Bernhard Russi, Schweizer Skilegende und Experte beim Schweizer Fernsehen, würde sein Geld ebenfalls auf Cuche setzen. Für den 37-jährigen Neuenburger könnte es die letzte Gelegenheit sein, seiner illustren Sammlung den Lauberhornsieg hinzuzufügen.

Das Lob aus Österreich

Selbst in Österreich erwartet man eine Schweizer Revanche für Adelboden, wo im Riesenslalom und im Slalom der ÖSV-Athlet Marcel Hirscher triumphierte, während die Swiss-Ski-Trümpfe das Treppchen nur aus der Ferne zu sehen bekamen. Die Schweiz stelle «die aktuell beste Abfahrtstruppe der Welt», hält die Agentur APA fest.

Doch auch im starken Schweizer Team hat es ein Sorgendkind: Carlo Janka. Die Rückenschmerzen des Bündners wollen einfach nicht aufhören. «Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, wie es ist, weiterhin in die Therapie zu gehen und auf Besserung zu hoffen», schreibt Janka in seinem Blog auf Skionline.ch. «Stehen im Weltcup Heimrennen an, sieht jedoch alles ein wenig anders aus. Adelboden und Wengen sind Klassiker, für uns Schweizer etwas Besonderes. Da neigt man unweigerlich dazu, den gesundheitlichen Problemen zum Trotz halt doch etwas mehr Risiken einzugehen.» Nach Wengen will Janka entscheiden, wie es mit der Therapie und den Einsätzen im Weltcup weitergeht.

Kernen hofft auf Feuz

Bruno Kernen hofft nicht nur auf einen Schweizer Erfolg, sondern auf einen richtigen Heimsieg. Der letzte Berner Lauberhornsieger traut Beat Feuz zu, nach neun Jahren in seine Fussstapfen zu treten. «Es macht Freude, zu sehen, wie gut er fährt. Trotzdem sollte man vor den Klassikern in Wengen oder Kitzbühel aufpassen, dass man die Erwartungen nicht zu hoch schraubt. Obwohl: Er ist ein Schlitzohr, auch wenn ihm die Erfahrung noch etwas fehlt», sagte Kernen gegenüber der «Berner Zeitung».

Miller liebt extreme Pisten

Neben den Österreichern ist der erfahrene Bode Miller wohl jener Mann, der für die Schweizer am ehesten zum Partyschreck werden könnte. Eine extreme Strecke wie jene in Wengen kommt einem extremen Athleten wie ihm natürlich entgegen. «Aus irgendeinem Grund liebe ich es, im Skifahren an die Grenzen des Möglichen zu gehen», erklärte Miller in der «Sport Lounge» des Schweizer Fernsehens. Der US-Amerikaner strebt am Samstag seinen dritten Sieg beim wichtigsten Schweizer Skirennen an und weiss, dass sich mit einer braven Fahrt am Lauberhorn kein Blumentopf gewinnen lässt.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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