Beat Feuz: «Beides sind einmalige Geschichten»

Lauberhorn

Nach seinem Sieg im Jahr 2012 fährt Beat Feuz in der Lauberhornabfahrt zum zweiten Mal auf das Podest. Die Leistungen seien nicht zu vergleichen, sagt der Schangnauer.

Belohnung für einen rasanten Ritt am Lauberhorn: Beat Feuz lässt sich an der Siegerehrung von den Schweizer Fans feiern.

Belohnung für einen rasanten Ritt am Lauberhorn: Beat Feuz lässt sich an der Siegerehrung von den Schweizer Fans feiern.

(Bild: Keystone)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Vor zwei Jahren war ungewiss, ob Sie je wieder ein Rennen würden bestreiten können. Diese Woche kämpften Sie abermals mit Knieproblemen. Eigentlich ist es unglaublich, fahren Sie in Wengen auf das Podest.

Beat Feuz: Ja, auf jeden Fall. Vor einem oder vor zwei Jahren war ich meilenweit von einem solchen Resultat entfernt, deshalb ist es nun umso schöner.

Ist dieser zweite Platz für Sie noch wichtiger als jener vom Dezember in Beaver Creek?

Beaver Creek hat für mich emotional einen hohen Stellenwert. Seitdem weiss ich, dass ich es schaffen und wieder auf das Podest fahren kann, wenn viele kleine Puzzleteilchen zusammenpassen. Einfach ist es nicht, diese Teilchen zusammenzufügen. Dadurch sind aber auch meine Erwartungen wieder gestiegen.

Hat der zweite Platz am Lauberhorn aufgrund Ihrer Vorgeschichte einen ähnlichen Stellenwert wie der Sieg 2012?

Ich möchte diese Erfolge nicht miteinander vergleichen, beides sind einmalige Geschichten. Das Gefühl ist sicher nicht mehr das gleiche, das wird es auch nie mehr sein. Ich habe ein Jahr ohne Wettkampf hinter mir; diese Phase hat mich geprägt. Ich muss jeden Tag Therapie machen, deshalb denke ich oft daran zurück. Das kann man nicht einfach ausblenden.

Wo haben Sie sich den Rückstand auf Hannes Reichelt eingehandelt?

Nun, im Ziel-S hätte ich noch mehr rausholen können, das ist klar. Aber wer meine Geschichte kennt, wer weiss, was ich in den letzten zwei Jahren an Trainings verpasst habe, den erstaunt es nicht, dass ich auf dieser Abfahrt unten nicht mehr ganz das umsetzen konnte, was ich eigentlich draufhätte.

Dann ist das der Unterschied zu Ihrer Leistung im Jahr 2012?

Auf jeden Fall. Ab Langentrejen war ich «blau», von dort an war es ein einziger Kampf. Bei jedem Tor musste ich aufpassen, die Skier unter Kontrolle halten zu können. Vor dem Ziel-S dachte ich mir: Wie fahre ich nun noch um die zwei Kurven herum?

Wie steht es um das Selbstvertrauen im Hinblick auf die WM?

Wenn ich kein Selbstvertrauen hätte, stünde ich hier nicht auf dem Podest. Ohne Vertrauen muss man in Wengen gar nicht versuchen, ein Topresultat zu erreichen.

Sie hatten im Vorfeld gesagt, in Wengen auf das Podest fahren zu wollen.

In Wengen ist das Wunschdenken. Ich komme nicht mit dem Gedanken hierher, Fünfzehnter zu werden – jeder Schweizer will hier auf dem Podest stehen.

Berner Zeitung

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