Auf den Spuren des Vaters

Vom 5. bis zum 14. März finden im norwegischen Hafjell die 34. alpinen Juniorenweltmeisterschaften statt. Als einziger Berner ist Noel von Grünigen dabei.

Noel von Grünigen zeigt, wohin sein Weg als Skirennfahrer führen soll: Immer nach oben.Matthias Käser<p class='credit'>(Bild: Matthias Käser)</p>

Noel von Grünigen zeigt, wohin sein Weg als Skirennfahrer führen soll: Immer nach oben.Matthias Käser

(Bild: Matthias Käser)

Der Name von Grünigen verpflichtet. Der heute 45-jährige Michael «Mike» holte sich in der Sparte Riesenslalom 23 Weltcupsiege und weitere 23 Podestplätze. Hinzu kommen zwei Weltmeistertitel – 1997 in Sestriere und 2001 in St.Anton. So richtig Fahrt aufgenommen hatte die Karriere eines der erfolgreichsten Swiss-Ski-Fahrer im Jahr 1987. Anlässlich der Junioren-WM im schwedischen Sälen gewann der Schönrieder die Silbermedaille.

Nun, 28 Jahre später, hofft der 19-jährige Noel, dass auch seine Skikarriere Fahrt aufnimmt. Der älteste Sohn der von Grünigens möchte definitiv in die Fussstapfen seines Vaters treten. Als einziger Berner konnte er die Selektionskriterien von Swiss-Ski erfüllen und sich für die bevorstehende WM in Hafjell (No) qualifizieren. «Seine Selektion ist gerechtfertigt», erklärt der Nachwuchschef Franz Hofer. Von Grünigen habe mit einigen ausgezeichneten Resultaten überzeugt. Entscheidend für die WM-Selektion des Schönrieders sei der Titel in der Kombination anlässlich der Schweizer Meisterschaften in Crans-Montana gewesen, sagt Hofer.

Zweiter Grossanlass

Die am Samstag, 7.März, beginnende WM in Norwegen ist bereits der zweite Grossanlass für den 19-Jährigen in diesem Winter. Vor knapp drei Wochen durfte er die Schweiz an der Winteruniversiade in der Sierra Nevada (Sp) vertreten. «Mit dem damaligen elften Rang im Slalom darf ich zufrieden sein», blickt der Oberländer auf jene Titelkämpfe zurück. «In erster Linie wollte ich Erfahrungen an einem internationalen Anlass sammeln», verrät von Grünigen. «Deshalb hat die Junioren-WM für mich den grösseren Stellenwert.»

Für den Techniker beginnt die WM bereits am Sonntag, wenn die Männer mit dem Riesenslalom die Medaillenjagd in Angriff nehmen. Bereits einen Tag später steht von Grünigen im Slalomrennen erneut im Einsatz. Und falls alles optimal verläuft, könnte der 19-Jährige auch tags darauf in der Super-Kombination (Super-G und Slalom) zum Einsatz kommen.

Hofer, der Ende Saison als Nachwuchschef bei Swiss-Ski abgelöst wird, arbeitete erfolgreich. In seiner achtjährigen Amtszeit holten die Schweizer Junioren und Juniorinnen 41 WM-Medaillen. Auch von seinem diesjährigen WM-Kader erwartet er einiges und hofft auf weiteren Medaillenzuwachs – aber (noch) nicht vom Berner Oberländer selbst. «Sich an die internationale Spitze herantasten soll sich von Grünigen an der WM in Norwegen», sagt Hofer. Mit diesen eher bescheidenen Vorgaben gibt sich der Rennfahrer nicht zufrieden. «Ich werde in jedem Rennen Vollgas geben», sagt er. Ob es dann zu Spitzenklassierungen reiche, sei ungewiss. Es würden nämlich einige weltcuperprobte Fahrer am Start sein. So werde beispielsweise der 21-jährige Henrik Kristoffersen das norwegische WM-Aufgebot anführen. In seinen Heimrennen führe kein Weg an dem Super-Techniker vorbei, sagt Noel von Grünigen.

Familie als Rückhalt

Nachdem er das nationale Leistungszentrum Engelberg und das regionale in Gstaad absolviert hatte, begann er eine Lehre als Zimmermann, die er in diesem Frühsommer abschliessen will. «Ich wollte alle Eventualitäten ausschliessen und mich mit einem zweiten Standbein absichern», sagt der Schönrieder. «Ich gebe mir noch ein weiteres Jahr Zeit, um in das B-Kader von Swiss-Ski aufzurücken», so sein Nahziel.

Seine Eltern hätten grossen Anteil, dass es mit seiner Karriere zielgerichtet vorwärtsgehe. Bei Vater «Mike» hole er sich stets die sportlichen Ratschläge, und seine Mutter Anna sei für ihn eine Art Mentaltrainerin.

Berner Zeitung

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