Zwei treue Schläger

Dominic Burkhalter (34) und Fritz Kaufmann (30) sind überdurchschnittlich starke Schläger, die ihren Stammvereinen treu blieben. Am eidgenössischen Fest in Walkringen trafen sie am Sonntag aufeinander, Burkhalter verpasste den Königsstich knapp.

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Reto Pfister

Es gibt sie in jeder Stärkeklasse am eidgenössischen Fest in Walkringen. Schlagstarke Hornusser, die eigentlich das Potenzial hätten, in weit besseren Teams mitzuspielen. Und dies dennoch nicht tun, weil sie sich mit ihrem Stammklub fest verbunden fühlen oder sie beruflich stark engagiert sind. Die Ranglistenkonstellation in der 5. Stärkeklasse führte gestern dazu, dass Dominic Burkhalter (34) von Süri-Spengelried und Fritz Kaufmann (30) von Wohlen-Murzelen mit ihren Teams aufeinandertrafen.

Noch spezieller war dieses Spiel, weil die beiden Equipen westlich der Stadt Bern nur ­wenige Kilometer voneinander entfernt beheimatet sind. «Wir kennen uns gut, viele sind miteinander befreundet», sagen Burkhalter und Kaufmann. «Es war schön, dass die Begegnung zustande kam.»

Und die beiden Spitzenschläger waren wieder die Besten ihrer Teams. Burk­halter gewann mit 170 Punkten die Einzelschlägerwertung der 5. Stärkeklasse und war sehr glücklich über dieses Ergebnis. Kaufmann hatte gestern zwei kürzere Streiche zu verzeichnen; 157 Punkte reichten für Platz 6, am Ende einer speziellen Woche für den 30-Jährigen.

Fritz, der Sechste

Kaufmann hätte eigentlich am Mittwoch in Walkringen das Eröffnungshornussen des eidgenössischen Fests bestreiten sollen. Genau an jenem Tag kam jedoch sein Sohn, Fritz Theo, zur Welt. Fritz und Fritz, bei den Kaufmanns nichts Aussergewöhnliches. «Seit sechs Generationen tragen die erstgeborenen Männer diesen Vornamen», sagt der 30-Jährige. «Meine Frau und ich wollten diese Tradition fortführen.»

Seit 1887 ist die Familie im Besitz des Restaurants Rössli in Säriswil; das junge Ehepaar hat dieses vor kurzem von den Eltern übernommen. Deswegen hat Kaufmann auch nie zu einem NLA-Klub gewechselt. «Ich wusste, dass ich irgendwann den Betrieb führen werde», sagt er. «Ich trainiere nur sehr wenig, gehe an Samstagen oft von der Arbeit weg zum Hornussen und danach wieder zurück.»

Bei Dominic Burkhalter sind es weniger berufliche Gründe, die ihn zum Verbleib bei Süri-Spengelried bewogen. Vielmehr ist für den in Ittigen wohnhaften In­formatiker, der in Leitungsfunktion bei Bernexpo arbeitet, die Verbundenheit mit dem Verein ausschlaggebend. «Süri-Spengelried ist für mich wie Familie», sagt er. «Hier gehöre ich hin.» Zudem sei Hornussen für ihn ganz klar nur ein Hobby. «In der NLA müsste ich vermehrt ins Training investieren, und das will ich nicht.»

Christen im Königsstich

Bei den Teams konnten sich am Wochenende Schwarzhäusern-Aarwangen in der 5., Rüti-Büren in der 6., Zimmerwald B in der 7., und Bramberg B in der 8. Stärkeklasse als Festsieger feiern lassen. Dominic Burkhalter hätte als Einzelathlet beinahe ein zweites Mal jubeln können. Er durfte am frühen Nachmittag die Ausscheidung für den Königsstich bestreiten.

Burkhalter war leicht favorisiert; im Siegesfall hätte er wie Fritz Kaufmann (4. vor neun Jahren) am Schlusstag des Festes um den Königstitel spielen können. Im Final unterlag er jedoch mit Streichen von 18 und 20 Punkten dem Ferenberger Adrian Christen, der zweimal 20 Zähler aufwies. Christen, und nicht Burkhalter, darf sich nun mit den Besten der Szene messen.

Berner Zeitung

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