Zusätzliche Motivationsspritze

Am Donnerstag (19.30 Uhr, OZK) erhält der Könizer Teamchef Guillermo Gallardo Unterstützung von seinen aus Argentinien angereisten Eltern. Im Aufgebot für das zweite Playoff-Finalspiel steht die 15 Jahre alte Passeuse Céline Ackermann.

Argentinische Leidenschaft: Der Könizer Teamchef Guillermo Gallardo erteilt seinen Volleyballerinnen lautstark Anweisungen.

Argentinische Leidenschaft: Der Könizer Teamchef Guillermo Gallardo erteilt seinen Volleyballerinnen lautstark Anweisungen.

(Bild: Andreas Blatter)

Die Aufregung ist gross bei Guillermo Gallardo. «Ja, ich bin nervös», sagt der Könizer Teamchef vor dem zweiten Playoff-Finalspiel heute gegen Volero Zürich mit gespielter Ernsthaftigkeit. Um mit einem Schmunzeln anzufügen: «Ich bin aufgeregt, weil mein Vater in der Halle anwesend sein wird, so wie meine Mutter auch – zum ersten Mal seit dem Wegzug aus meiner Heimat vor 18 Jahren sind die Eltern an einem Spiel von mir dabei.»

Der 43 Jahre alte Argentinier will vor allem Carlos Gallardo zeigen, dass es auch etwas anderes gibt als Fussball. Für den Papa muss eine Welt zusammengebrochen sein, als er von seinem Sohn zu hören bekam, dass der Junior Volley- statt Fussball spielen wolle. «Mein Vater spielte einst als linker Flügel bei Velez Sarsfield in der höchsten argentinischen Liga. Ein Wadenbeinbruch verhinderte jedoch eine grössere Karriere als Fussballer», sagt Guillermo Gallardo.

Marta Ostrowska ist verletzt

Volley Köniz ist bestrebt, die Best-of-5-Serie gegen Volero heute (19.30 Uhr, OZK) auszugleichen und auf 1:1 zu stellen. Nicht zur Verfügung steht Gallardo Zuspielerin Marta Ostrowska. Die 28 Jahre alte Polin hat sich am vergangenen Samstag im ersten Playoff-Finalspiel (0:3) beim Aufwärmen eine Bänderverletzung zugezogen. Ostrowskas Back-up heisst Céline Ackermann. Die Tochter des Präsidenten Beat Ackermann spielt gewöhnlich bei den Reserven in der 2.Liga. Gestern hatte die 15 Jahre alte Schülerin erstmals mit dem Fanionteam trainiert. Nach der Übungseinheit kehrte die U-17-Nationalspielerin beeindruckt nach Hause zurück. «Sie hat mir vorgeschwärmt, wie schnell und intensiv ihre neuen Teamkolleginnen spielen würden», sagt Mutter Anita Ackermann, die mit Zeiler Köniz 2000 und 2001 Schweizer Meisterin geworden war.

Gallardos taktische Möglichkeiten sind wegen des Ausfalls von Ostrowska – die Polin ist eine ordentliche Block- und Servicespielerin – eingeschränkt. Aber der Übungsleiter von Volley Köniz macht sich vor dem Heimspiel gegen den Champions-League-Viertelfinalisten ohnehin keine Illusionen. «Ich stehe nun zum 10. Mal in einem Endspiel. Aber so eklatant wie dieses Mal sind die Unterschiede noch nie gewesen», sagt Gallardo. «In der Meisterschaft haben wir jedes Team – ausser Volero – mit einem starken Kollektiv geschlagen.

Gegen Volero genügt das aber nicht.» Die Zürcher Führungsspielerinnen Kenia Carcaces Opon (Kuba) und Olesia Rykhliuk (Ukraine) könnten gemäss Gallardo in jedem Team der Welt mitspielen. Solche Weltklassespielerinnen könne man im Volleyball, wo Körperkontakt nicht erlaubt ist, nicht stoppen. «Das geht vielleicht im Fussball, wenn der gegnerische Trainer Lionel Messi mit drei Manndeckern zu neutralisieren versucht.» Gallardo freute es, wenn seine Equipe heute zu einem spannenden Spiel beitragen würde. «Ein, zwei Satzgewinne wären grossartig.» Dank der Schweizerischen Treuhandgesellschaft geniessen die Zuschauer heute im Oberstufenzentrum Gratiseintritt.

Berner Zeitung

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