Zurück im gelobten Land

Ab Samstag findet in Swift Current (Ka) die Curling-WM der Frauen statt. Die Schweiz wird wie vor zwei Jahren durch das Team Flims vertreten – damals sicherte sich die Equipe um Skip Binia Feltscher den Titel.

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Konzentriert: Franziska Kaufmann (links) und Christine Urech.

(Bild: Keystone)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Für das Team Flims ist es eine Rückkehr ins gelobte Land. Ziemlich genau zwei Jahre sind vergangen, als Christine Urech, Franziska Kaufmann, Irene Schori und Binia Feltscher im kanadischen Saint John überraschend den WM-Titel gewannen; acht Monate später setzten sie sich auf kontinentaler Ebene ebenfalls die Krone auf.

Anfang Woche sind die Flimserinnen wieder nach Kanada gereist. Diesmal nicht an die Atlantikküste, sondern mitten in die Prärie. Ab Samstag und bis zum 27. März findet in Swift Current (Saskatchewan) die Weltmeisterschaft der Frauen statt. Dass die Schweiz durch das Team Flims vertreten wird, ist zumindest ein wenig überraschend.

Technik als Stärke

Die von Skip Feltscher angeführte Equipe absolvierte eine eher durchschnittliche Saison, sie stand lange Zeit im Schatten der anderen nationalen Spitzenteams aus Aarau und Baden. «Doch wir haben immer an uns geglaubt», sagt die gebürtige Lysserin Urech. Und dies zahlte sich aus. An der Schweizer Meisterschaft – welche ausgerechnet in Flims ausgetragen wurde – besiegten die Gastgeberinnen im Final Aarau 8:6 und qualifizierten sich damit für die WM. «Je länger das Turnier dauerte, desto mehr spürten wir, dass wir gut unterwegs sind», sagt die als Lead spielende Urech. Ein Puzzleteil zum Erfolg war gewiss die angepasste Wischtechnik. «Damit haben wir in Flims das Maximum herausgeholt», erklärt die 32-Jährige.

Bereits die sechste Saison bestreiten die vier Frauen in dieser Formation; ergänzt wird diese an Grossanlässen durch die Langenthalerin Carole Howald, welche die Rolle der Ersatzspielerin einnimmt. Obwohl die Equipe 2014 Welt- und Europameister wurde, habe sich seither wenig verändert, sagt Franziska Kaufmann. Die Grindelwalderin arbeitet nach wie vor am Bahnhofschalter in ihrem Heimatdorf, ist aber dank ihres Arbeitgebers bezüglich des Sports flexibel.

Voll auf Curling zu setzen, hätte für die vier Frauen kaum Sinn gemacht, da sich trotz internationaler Meriten damit kaum Geld verdienen lässt. Und: Obwohl der Trainingsaufwand erhöht wurde, steht nach wie vor die Freude am Sport im Vordergrund. Kaufmann und Urech streichen diese explizit als Antrieb hervor.

Weltklasse

In den letzten vier Jahren konnte sich die Schweiz bei den Frauen dreimal den WM-Titel sichern – immer durch ein anderes Team. Mirjam Ott hatte mit Davos 2012 reüssiert, zwei Jahre später folgten die Flimserinnen, und 2015 setzte sich schliesslich die junge Equipe aus Baden mit den drei Bernerinnen Nicole Schwägli, Marisa Winkelhausen und Nadine Lehmann die Krone auf. Die nationale Konkurrenz sei durchaus ein Vorteil, betont die 28-jährige Kaufmann. «Wenn du gegen diese Teams gewinnen kannst, ist es auch möglich, international zu bestehen.»

Zur WM tritt das Team Flims wie vor zwei Jahren ohne fixe Zielsetzung an. «Die Ansprüche von aussen sind sicher grösser», hält Urech fest. «Doch für uns gilt es, jedes Spiel mit viel Freude zu bestreiten.» Die Konkurrenz in Kanada ist zweifellos gross (siehe Kasten). «Die Hälfte der Teams zählt zum Favoritenkreis», sagt Kaufmann. Zählt die Schweiz dazu? «Die anderen würden es wohl so sehen, aber wir stellen uns nicht gerne in den Mittelpunkt.» Doch die Grindelwalderin betont die Wichtigkeit eines guten Starts, «dann können wir weit kommen».

Berner Zeitung

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