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Yves Studer wahrscheinlich nicht im Vorprogramm

Witali Klitschko wird in Bern vor rund 18'000 Zuschauern boxen. Yves Studer kommt im Vorprogramm wohl nicht unter.

Dass Witali Klitschko seinen WM-Titel im Schwergewicht am 12.Dezember in der PostFinance-Arena aufs Spiel setzt, ist einerseits auf die Kontakte des SCB-Marketingchefs Marcel Wisler zu den beiden Boxgiganten aus der Ukraine – auch Witalis Bruder Wladimir ist Weltmeister –, anderseits auf die persönliche Erfahrung Bernd Böntes, Manager der Klitschkos, zurückzuführen. «Aus meiner Zeit als Journalist kenne ich die unglaubliche Begeisterungsfähigkeit des Berner Publikums. Ich war von der Stimmung an der Eishockey-WM 1990 in Bern beeindruckt», sagt der Deutsche. Er geht davon aus, dass dem Kampf gut 18000 Zuschauer beiwohnen werden. Das ist für einen Klitschko-Auftritt nicht ungewöhnlich viel. Im Juni triumphierte Wladimir im Fussballstadion von Schalke 04 vor 61000 Menschen, Witali zog kürzlich in Los Angeles 16000 Leute an. Nach den Kämpfen Nikolai Walujews in Basel und Zürich wird in der Schweiz innert dreier Jahre bereits zum dritten Mal um einen WM-Gürtel im Schwergewicht geboxt. Bönte legt freilich Wert darauf, dass der Event in Bern «etwas deutlich Grösseres» sein wird als die Walujew-Fights. «Die Klitschkos locken allein in Deutschland jeweils 11 Millionen Leute vor den Fernseher. Zudem wird der Kampf in mindestens 110 Ländern übertragen.»

Eine Frage des Geldes

Die Fernsehaufnahmen für den Grossanlass, dessen Vorverkauf am 24.Oktober beginnt, werden vom Sender RTL produziert, der gemäss Matthias Bolhöfer von der Kommunikationsabteilung mit rund 50 Mitarbeitern in die Bundesstadt reisen wird. Voraussichtlich wird der Showdown zwischen Witali Klitschko und Kevin Johnson im Schweizer Fernsehen nicht zu sehen sein. «RTL ist im deutschsprachigen Raum empfangbar, daher planen wir nicht, Bilder abzugeben.» RTL filmt zwar auch einige Vorkämpfe, strahlt sie in der Regel aber selber nicht aus. «Trotzdem sind wir an einem hochkarätigen Vorprogramm interessiert», meint Bolhöfer. Der Sender nehme jedoch auf die Besetzung der Rahmenkämpfe keinen Einfluss.

Für die ist die Klitschko Management Group (KMG) zuständig. Marcel Wisler hat beim Veranstalter deponiert, dass es im Interesse des SCB wäre, würde die Berner Boxszene berücksichtigt. Aus einheimischer Sicht eine Aufwertung wäre es, könnte Yves Studer seinen EE-EU-Mittelgewichtstitel für Europäer aus Nicht-EU-Staaten gegen Andrei Salakhutdzinau (WRuss) auf der grossen Bühne verteidigen. Sein Manager Daniel Hartmann hat eine Offerte für Studers Auftritt, allenfalls in Kombination mit Kämpfen von weiteren Sportlern der Boxing Kings, eingereicht. Wahrscheinlich wird der Deal an den Finanzen scheitern. Studers Titelkampf allein kostet inklusive Gagen für die beiden Kontrahenten, Verbandsabgaben und Spesen über 60000 Franken. Bernd Bönte jedenfalls tönt wenig begeistert: «Die Leute kommen wegen Klitschko, und wir haben insgesamt 17 Boxer unter Vertrag, die für guten Sport bürgen.» Eine Hintertüre liess er indes offen: Es sei aber kein Problem, zwei, drei Einheimische boxen zu lassen. Entscheidend, ob es zur Einigung kommt, ist letztlich wohl der Preis.

Gleich zwei Titelkämpfe?

Hartmann scheint nicht mehr an einen positiven Ausgang der Verhandlungen zu glauben. «Mit grösster Wahrscheinlichkeit wird der Boxing Day am Stephanstag wie geplant stattfinden, zumal der Kursaal längst reserviert ist.» Vielleicht gibt es am 26.Dezember für die Berner Boxfans ein zweites Highlight, wenn auch in bedeutend kleinerem Rahmen. Denn Hartmann hat für Mohamed Belkacem, der am Samstag in Montreux brillierte, ein Angebot für einen EE-EU-Titelkampf im Halbschwergewicht gegen Titelhalter Mahamad Aripgatsjew (WRuss) erhalten. Unter Umständen boxen also mit Studer und Belkacem zwei Boxing Kings am gleichen Tag um Gürtel.

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