Wie gehabt

An der WM in Riga unterliegt die Schweiz der Auswahl Finnlands 4:6. Die Equipe David Janssons agiert wie so oft auf Augenhöhe, der Ertrag bleibt wie so oft aus.

Arm in Arm: Matthias Hofbauer (r.) wird von Nico Salo gestört.

Arm in Arm: Matthias Hofbauer (r.) wird von Nico Salo gestört.

(Bild: Keystone)

In der Riga-Arena läuft die 58. Minute. David Jansson, Cheftrainer der helvetischen Unihockeyaner, nimmt sein Time-out. Finnland führt 5:4, die Ausgangslage ist nicht ungewohnt. Schon oft sind Vergleiche zwischen der Schweiz und Finnland umkämpft gewesen, in der Regel haben am Schluss die Nordländer gelacht.

Was auch in diesem WM-Gruppenspiel der Fall sein wird. Wobei sich nicht von einer klassischen Begegnung zwischen den Widersachern schreiben lässt.Vom ersten Bullygewinn an sahen sich die Schweizer mit einem Dreimannpressing der Finnen konfrontiert. Die Verteidiger suchten Anspielstationen, fanden jedoch keine.

Rasch wurde klar, dass die Schweizer nicht mit einem derart aufsässigen Rivalen gerechnet hatten. Es war noch keine Minute vergangen, als Christoph Meier schlief und Janne Lamminen traf – schlechter lässt sich eine Partie nicht beginnen. Der Druck der Finnen hielt an, von einer Reaktion war nichts zu sehen – im Gegenteil: Die Finnen gewannen vier von fünf Zweikämpfen, aus drei Abschlüssen resultierten zwei weitere ­Tore.

Nach zehn Minuten – aus helvetischer Optik stand es 1:4 – schaltete der zweifache Weltmeister einen Gang zurück. Was insofern ein wenig erstaunte, als die Finnen nicht als Meister des Verwaltens bekannt sind.

Sechs gegen vier

Im zweiten Abschnitt brachten die Berner Luca Graf und Emanuel Antener ihre Auswahl dank zwei Powerplaytreffern wieder heran, im dritten glich Köniz’ Stürmer Manuel Maurer das ­Skore mit einem sehenswerten Backhand-Volley-Schuss aus relativ spitzem Winkel aus. Die Finnen wirkten behäbig, die Schweizer beschwingt.

Sie schienen das Momentum auf ihrer Seite zu haben, Maurer traf zwei Minuten nach dem Erfolgserlebnis die Latte. Kurz darauf jubelte der Finne Mika Kailiala, der ansonsten souveräne Goalie Pascal Meier hatte nicht sonderlich gut ausgesehen. Womit wir wieder bei eingangs erwähntem Time-out wären.

Jansson – er gilt in taktischen Belangen als erstklassige Fachkraft – ersetzt Pascal Meier erwartungsgemäss durch einen sechsten Feldspieler. In der letzten Minute sehen sich die Schweizer nur noch mit vier Widersachern konfrontiert, weil sich Jani Kukkola zur Unzeit ein Foul in der neutralen Zone geleistet hat. «Unsere Chance besteht darin, kontrolliertes Chaos zu kreieren», liess Jansson vor Turnierbeginn verlauten. Zu nutzen vermag sie sein Ensemble nicht.

Der Ansturm in «doppelter Überzahl» mutet zwar chaotisch an, nicht aber kontrolliert. Was nach dem Gegentreffer ins verlassene Gehäuse zum wohlbekannten Fazit führt, dass sich die Finnen in Reichweite befinden, aber irgendwie halt doch einen Tick besser gewesen sind.

Verlaufen die Titelkämpfe in Lettland nach Papierform, was im Unihockey des beträchtlichen Leistungsgefälles häufig der Fall ist, treffen die Schweizer in den am Samstag anstehenden Halbfinals auf den favorisierten Titelhalter Schweden. Die Finnen hingegen haben am Sonntag die Tür zum Final zumindest entriegelt.

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